Die Mütter des Grundgesetzes

Ausstellung mit Begleitprogramm vom 14. Mai bis 16. Juni in der Citykirche

Die Gleichstellungsstelle der Stadt Mönchengladbach, das Katholische Forum für Erwachsenen- und Familienbildung, die Frauenseelsorge Mönchengladbach und der Regionalverband der kfd wollen gemeinsam mit vielen Menschen in Mönchengladbach den 70. Jahrestag des Grundgesetzes und des Gleichstellungsparagraphen feiern. Die Kooperationspartnerinnen laden zur Ausstellung "Mütter des Grundgesetzes" in der Citykirche, Alter Markt, ein. Gemeinsam werden Erfolge, aber auch bleibende Herausforderungen auf dem Weg zur wirklichen Gleichberechtigung in den Blick genommen. Denn es braucht nach wie vor vielfältiges Engagement für die Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern.

Es ist der Verdienst von vier Frauen, dass der Satz: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" vor 70 Jahren in den Artikel 3 des Grundgesetzes aufgenommen wurde. Zum Jubiläum des Grundgesetzes soll an den Einsatz von Elisabeth Selbert, Helene Weber, Frieda Nadig und Helene Wessel erinnert und ihr Engagement gewürdigt werden. Zur Ausstellung gibt es ein vielfältiges Begleitprogramm mit Gästen aus Politik und Kirche.

Das Programm: Die Ausstellungseröffnung am Dienstag, 14. Mai, um 19 Uhr in der Citykirche wird moderiert von Brigitte Vielhaus (kfd-Bundesgeschäftsführerin). Passend zur Ausstellung wurden lokale Pionierinnen eingeladen: Hildegard Wester und Monika Bartsch. Sie waren "ersten Frauen ihrer Art in unserer Stadt", nämlich Hildegard Wester die erste Bundestagsabgeordnete (SPD, 1990-2002) und Monika Bartsch als erste Oberbürgermeisterin (CDU, 1997-2004). Die drei Frauen werden an diesem Abend ins Plaudern kommen zu Themenkomplexen wie Frauen in Kommunalparlament und Bundestag sowie Frauen in Parteien, Politik und Gesellschaft - "damals und heute". Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, was denken und tun beide heute, mehr als zwanzig Jahre nach ihrer Pionierinnenzeit?

Die Veranstalterinnen freuen sich sehr darüber, dass sie Prof. Dr. Rita Süssmuth dafür gewinnen konnten, am 25. Mai, um 18 Uhr, in die Citykirche nach Mönchengladbach zu kommen. Die promovierte Erziehungswissenschaftlerin war 20 Jahre als Wissenschaftlerin und Professorin an verschiedenen Universitäten und Hochschulen tätig. 1986 war sie die erste Bundes-Frauenministerin, zehn Jahre Präsidentin des Deutschen Bundestages und langjährige Vorsitzende der Frauenunion. Auch heute noch, 82jährig, setzt sie sich leidenschaftlich für die Emanzipation der Frau und die Gleichstellung von Frauen und Männern ein. Im Vortrag spricht Rita Süssmuth über ihre Erfahrungen als Mitstreiterin für Veränderung in Gesellschaft und Politik, ihre Vorbilder und ihre Meinung zur Frauenquote. Im Anschluss an den Vortrag können die Besucherinnen und Besucher mit Rita Süssmuth ins Gespräch kommen. Moderiert wird die Veranstaltung von Ursula Gormanns (Radio 90.1).

Weiter geht´s im Begleitprogramm am 28. Mai mit dem Film über den ganz besonderen Einsatz von Elisabeth Selbert für die Verankerung des Gleichberechtigungsgrundsatzes in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Der Film "Sternstunde ihres Lebens", mit Iris Berben in der Hauptrolle, wird um 19Uhr, im Comet Cine Center an der Viersener Straße gezeigt (Eintritt 5 Euro).

Am 6.Juni um 19 Uhr wird das Thema der gerechten Beteiligung von Frauen in der Kirche in den Blick genommen. Dr. Regina Heyder, Dozentin am Theologisch-Pastoralen Institut Mainz, geht in Vortrag und Diskussion der Frage nach: Aufbrüche von Frauen in der Kirche - heute! In Deutschland und weltweit gibt es zahlreiche neue Initiativen, Gruppen und Bewegungen, die eine gerechte Beteiligung von Frauen in der Kirche erreichen wollen wie zum Beispiel "Macht Licht an" (kfd Deutschland), Maria 2.0 oder churchtoo, catholic woman speak oder Voices of faith. Frauenseelsorgerin Ingrid Scholz und Liesel Welters moderieren die Veranstaltung.

Das FrauenGottesFest beschließt das Begleitprogramm zur Ausstellung. Unter der Überschrift " Frauen und Männer sind gleichberechtigt" gestalten Monika Heidenfels (Gemeindereferentin u. geistige Begl. des kfd Regionalverbandes MG) und Liesel Welters (kfd Regionalverband MG) mit ihrem Team ein FrauenGottesFest. Am Freitag, 14. Juni, um 19 Uhr in der Citykirche geht es um die Frage: Leben wir heute gleichberechtigt in Kirche und Gesellschaft? Liesel Welters sagt zur Veranstaltung von Frauen für Frauen: "Wir Frauen wollen miteinander vor Gott ins Gespräch kommen und Frauen aus der Bibel entdecken. Wir werden unseren Glauben mit Liedern und Texten in gerechter Sprache feiern und in Gemeinschaft Brot und Wein und Leben teilen."

Außer beim Kinoabend ist die Teilnahme an den Veranstaltungen kostenfrei, ebenso wie der Ausstellungsbesuch, dienstags bis samstags von 10 bis 16 Uhr und die Teilnahme an den offenen Führungen in der Citykirche. Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Monika Hensen-Busch und ihre Kooperationspartnerinnen Marion Hoever-Battermann, Lucia Traut, Ingrid Scholz und Liesel Welters freuen sich auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer und wünschen sich einen guten Austausch bei Begegnungen und in Gesprächen sowie Ideen und weitere gemeinsame Aktivitäten in unserer Stadt, damit die im Grundgesetz festgeschriebene Utopie mehr und mehr Realität wird.