Die Jagd in der Kunst – ein Schatz an Motiven

"Da ist er mir durch die Lappen gegangen" - bei dieser Redewendung wissen sicherlich die wenigsten Menschen, wo sie her kommt. Die neue Ausstellung "Die Jagd", die ab Sonntag, 31. März im Museum Schloss Rheydt zu sehen ist, gibt eine Antwort. Dort sind nämlich Lappen zu sehen, die damit gemeint sind. So wurde bei einigen Jagden ein Seil mit Lappen vor Baumreihen gespannt, so dass das Wild nur an bestimmten Stellen ausbrechen konnte. Brach eines doch einmal durch diese Absperrung, so war es buchstäblich durch die Lappen gegangen.

Allerdings beschäftigt sich die Ausstellung nur am Rande mit der Kulturtechnik der Jagd. Es geht vor allem um die Jagd als künstlerisches Motiv, dabei im Speziellen in der Zeit des 15. bis 18. Jahrhunderts. So hatte die Jagd auch ein wesentliches repräsentatives Moment. Viele Fürsten haben sich auf der Jagd darstellen lassen und die Jagd gehörte zur höfischen Kultur einfach dazu. Heldenlegenden, die von heroischen Jagdabenteuern erzählten, dienten dabei der Inspiration. Die Darstellungen der Jagd und ihrer Motive haben dabei oft verschiedene Bedeutungen, mal sind sie eher moralisch geprägt und mal sind sie auch mit erotischen Anspielungen bestückt. So erscheint einem die Darstellung der Jagdgöttin Diana zum Beispiel öfters der einer Venus gleich.

Aber auch Humoristisches kommt dabei nicht zu kurz: So zeigt eine Neuerwerbung des Museums, eine Tapisserie, ein Wandteppich aus Wolle und Seide, eine Affenjagd. Bei dieser werden die Affen aber nicht blutig erlegt, sondern mit allerlei List und Tücke gefangen genommen. So schlüpfen die neugierigen Tiere in menschliche Kleidung und tappen dabei sogleich in eine Falle. Immer wieder zu entdecken, ist auch der Hund, der sein Beinchen hebt oder als einziger nur mit seinem Hinterteil eine Grafik ziert.

In Zusammenarbeit mit dem Museum Zitadelle Jülich ist so eine Ausstellung entstanden, die den Schatz an Motiven, die die Jagd zahlreichen Künstlern geboten hat, aufgreift und mit Werken aus ganz unterschiedlichen Kunstsparten präsentiert: Grafikarbeiten, Malerei- und Tapisseriekunst, Holzmöbel sowie Metallarbeiten und reich verzierte Waffen.

Die Ausstellung ist bis zum 4. August im Schloss Rheydt zu sehen. Ein umfangreiches Begleitprogramm gibt dabei zu einigen Themen auch noch einmal tiefere Einblicke, genauso wie der Ausstellungskatalog, der im Michael Imhof Verlag erschienen ist.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es auf der Homepage des Museums www.schlossrheydt.de oder telefonisch unter 02166/928900.