Den Haushalt auf Kurs gebracht

OB Reiners verabschiedete langjährigen Stadtdirektor und Stadtkämmerer in einer Feierstunde im Rathaus Abtei

Nach 16-jähriger Tätigkeit als Stadtkämmerer ist der Jurist Bernd Kuckels heute im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus Abtei durch Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners aus dem Dienst bei der Stadtverwaltung Mönchengladbach verabschiedet worden. Bernd Kuckels, dessen Dienstzeit am 31. März endete, war seit April 2002 Stadtkämmerer der Stadt Mönchengladbach. Seit April 2006 war er darüber hinaus als Stadtdirektor allgemeiner Vertreter des Oberbürgermeisters. Im November 2009 wurde er für weitere acht Jahre zum Stadtkämmerer und Stadtdirektor gewählt. Kuckels war für die Fachbereiche Beteiligungsmanagement, Kämmerei, Stadtkasse, Steuern und Grundbesitzabgaben zuständig. Von 2003 bis 2016 war er darüber hinaus Umweltdezernent für die Bereiche Umweltschutz und Entsorgung.

Vor seinem Dienst bei der Stadtverwaltung war er als Anwalt bei der Mönchengladbacher Anwaltskanzlei Kapellmann tätig, wissenschaftlicher Assistent an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre und von1998 bis 2002 Erster Beigeordneter und Stadtkämmerer der Stadt Haan. Kommunalpolitische Erfahrungen sammelte Bernd Kuckels unter anderem in seiner jahrelangen Tätigkeit in den örtlichen Bezirksvertretungen, Ausschüssen, als Ratsmitglied und Vorsitzender der FDP-Ratsfraktion.

Zudem war er in zahlreichen Verbänden in ehrenamtlichen Funktionen tätig, unter anderem im Vorstand des Städtetages NRW, im Hauptausschuss des Deutschen Städtetages sowie im Vorstand des Fachverbandes der Kämmerer NRW.

Seine Zeit als Kämmerer war von Beginn an geprägt von einer äußerst schwierigen Finanzsituation der Stadt und den daraus resultierenden unterfinanzierten Haushalten. Als Bernd Kuckels 2002 seinen Dienst als Kämmerer antrat, übernahm er von seinem Vorgänger mit dem vom Rat 2001 beschlossenen und der Kommunalaufsicht nicht genehmigten Doppelhaushalt 2001/2002, dem ersten Nothaushalt, ein schweres Erbe. „Die Bewältigung der dramatischen Finanzsituation stellte uns vor eine riesige Herausforderung, von der zu dieser Zeit nicht absehbar war, dass wir sie einmal schaffen werden“, betont Kuckels heute rückblickend. Die Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) mit der Wende von der Kameralistik in die Doppik und die Aufstellung zahlreicher Haushaltssicherungskonzepte bildeten die Fundamente für die langjährige mit drastischen Sparmaßnahmen verbundene Sanierung des Haushaltes. Die dramatische Finanzsituation der Stadt zeichnete sich bereits 1994 ab, als das erste Haushaltssicherungskonzept von nachfolgenden 17 Konzepten mit drastischen Sparmaßnahmen vom Rat verabschiedet wurde.

Erst durch den vom Rat 2012 beschlossenen Einstieg in den Stärkungspakt Stadtfinanzen, bei dem sich die Stadt per Ratsbeschluss gesetzlich dazu verpflichtete, ab 2018 einen ausgeglichen Haushalt mit Landeshilfe und ab 2021 ohne Landeshilfe zu erzielen, erreichte die Stadt mit dem Haushalt 2018 erstmals seit 1993 durch zahlreiche Einsparmaßnahmen, wieder eine „Schwarze Null“. „Dass wir dieses Ziel tatsächlich erreicht haben, war der Verdienst vieler Akteure, die daran mitgewirkt haben. Die heutige positive Stadtentwicklung ist nicht vom Himmel gefallen, sondern erforderte mutige, weitreichende und nachhaltige Entscheidungen“, betont er mit Blick auf wichtige Schlüsselprojekte wie die Entwicklung des Nordparks mit dem Bau des Borussiaparks und Hockeyparks, die Ansiedlung der Santander Bank und den Bau des Einkaufszentrums Minto. Die positiven Entwicklungen wurden durch die Gründung der stadteigenen Tochtergesellschaft EWMG begleitet und vorangebracht. Der Ausbau des Regioparks zum erfolgreichen Gewerbegebiet, der Ankauf des Reme-Geländes, das zum Wohngebiet entwickelt werden soll, der Ankauf der City-Ost, auf dem nun die „Seestadt MG“ entstehen wird, und das Projekt Soziale Stadt Rheydt mit einer millionenschweren und von EU, Bund und Land geförderten Innenstadtentwicklung sind weitere Meilensteine in seiner Zeit als Stadtdirektor und Kämmerer. Drei wesentliche Faktoren haben aus seiner Sicht die Stadtentwicklung begünstigt: „Mit dem Stärkungspakt haben wir die notwendige Hilfe vom Land erhalten. Die wirtschaftliche Dynamik stand im Zeichen hervorragender Steuereinnahmen und einer überaus günstigen Zinsentwicklung, und unsere eigenen Sparmaßnahmen haben schließlich zum Erfolg geführt“, führt er aus.

Weitreichende Entscheidungen wurden auch in seiner Zeit als Umweltdezernent getroffen: die Kündigung des Entsorgungsvertrags und der Ankauf der privaten Anteile des Entsorgers EGN als wichtige Voraussetzung dafür, dass die GEM, heute mags, als hundertprozentige Stadttochter die Geschäfte im Sinne des Projektes „Saubere Stadt“ fortsetzen und ausbauen konnte. In seine Zeit als Umweltdezernent fielen außerdem das vom Rat 2011 beschlossene Klimaschutzkonzept, die intensive Auseinandersetzung mit den Themen Luftreinhalteplan der Bezirksregierung, der Masterplan Niers von Niersverband, NEW und Stadt sowie der Beitritt der Stadt in den informellen Planungsverband der vom Tagebau Garzweiler betroffenen Nachbargemeinden Erkelenz, Jüchen und Titz.

Bernd Kuckels bleibt auch zukünftig der Stadt verbunden: Als Anwalt mit dem Schwerpunkt Verwaltungsrecht macht er sich mit einem Büro in Mönchengladbach selbstständig. Als Mitglied im Aufsichtsrat der EWMG will er sich auch künftig um die Entwicklung der Stadt kümmern. (pmg/sp)