Das Areal um Haus Erholung soll qualifiziert werden

Rat gibt grünes Licht für EU-weites Ausschreibungsverfahren: Haus Erholung als hochwertigen Hotel- und Tagungsort auf dem Markt neu positionieren

Der Rat hat in seiner gestrigen Sitzung (11. Oktober) den Weg geebnet, über ein EU-weites Ausschreibungsverfahren eine bestmögliche Lösung zur Weiterentwicklung des Areals im Bereich Haus Erholung zu erzielen. Hintergrund ist eine mögliche Veräußerung der städtischen Immobilie an einen Investor für einen Hotelkomplex auf dem Nachbargrundstück. „Sollte es zum Abschluss des Verfahrens zu einer Empfehlung zum Verkauf des Haus Erholung kommen, wird in jedem Fall der Rat im Entscheidungsprozess eingeschaltet“, betonte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners in der Ratssitzung.

Ziel ist eine Neupositionierung des Haus Erholung als hochwertigen Hotel- und Tagungsstandort auf dem Markt. Das Grundstück Haus Erholung ist gemeinsam mit dem östlich angrenzenden Hans-Jonas-Park Teil des Rahmenplans Abteiberg, der unter anderem durch zahlreiche Grün- und Parkflächen gekennzeichnet ist. Flankiert von einer Reihe kultureller Einrichtungen wie der Volkshochschule (VHS) und städtischer Musikschule weist dieses Gebiet einen besonders hohen Aufenthalts-, Freizeit- und Erholungswert auf. Das Potenzial dieses „kulturellen Herzstückes“ wird momentan jedoch nur wenig oder nur unzureichend genutzt. Der Rahmenplan Abteiberg zeigt auf, welche Aufwertungsmaßnahmen und damit Qualitäten hier künftig möglich sind und dient daher als richtungsweisender Orientierungsrahmen für die geplante Ausschreibung. „Der Rat hat im Juni 2016 die Umsetzung der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt verabschiedet, um zukünftig das qualitative Wachstum in Mönchengladbach voranzutreiben. Der Abteiberg, auf dem auch das Grundstück Haus Erholung verortet ist, stellt im Rahmen dieser Strategie ein wichtiges Impulsprojekt dar, welches spürbar positive Effekte für den Standort auslösen wird“, so Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin.

Im Rahmen eines zweistufigen, wettbewerblichen Vergabeverfahrens wird nun ein Konzept gesucht, welches der besonderen Bedeutung sowohl des Gebäudes Haus Erholung als auch des gesamten Standortes gerecht wird. Ziel ist es, das denkmalgeschützte Gebäude Haus Erholung zu erhalten und gleichzeitig dessen Funktionen durch die Angliederung eines modernen, architektonisch anspruchsvollen Hotelkomplexes zu erweitern und neu zu positionieren. Ein Hotel an dieser Stelle wird als eine weiterer Frequenzbringer für das Haus Erholung als auch für die Innenstadt betrachtet.

Die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFMG) setzt im Auftrag der Stadt das Projekt um. Nach einer Analyse des Hotelmarktes ist aus Sicht der WFMG ein hochwertiges Hotel mit Business-Ausrichtung an dieser exponierten Stelle notwendig. Die Übernachtungszahlen am Standort weisen in den letzten Jahren eine positive Entwicklung auf. So konnte die Stadt mit 324.198 Übernachtungen im Jahr 2016 ein Wachstum von 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Laut aktuellen Angaben des Landesamts für Statistik für 2017 setzt sich die erfolgreiche Entwicklung mit 331.734 Übernachtungen und damit einem Wachstum zum Vorjahr von 2,3 Prozent fort. Eine zunehmende Anzahl von Events und Großveranstaltungen lässt den Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten steigen, sowie die positive wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen.

Zum Hintergrund:
Ziel des Vergabeverfahrens ist der Verkauf der Liegenschaften Haus Erholung und des Grundstücks „Altes Haus Zoar“ auf Grundlage eines gutachterlich erstellten Mindestkaufpreises, verbunden mit einer Bebauungspflicht für das Grundstück Altes Haus Zoar zur Errichtung eines Hotelneubaus. Durch eine Bauverpflichtung für den künftigen Erwerber soll gewährleistet werden, dass dieses für die Stadt bedeutende Projekt kurz- bis mittelfristig auch tatsächlich realisiert wird. Für den Hotelneubau ist ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das die Integration des Haus Erholung vorsieht. Dabei ist ein kombiniertes Gesamtangebot, das sich aus Architektenleistungen, Projektentwicklung einschließlich der Projektfinanzierung zusammensetzt, einzuholen. Geschäftsbesorgend für die Stadt wird das Verfahren durch die WFMG/EWMG in enger Kooperation mit dem Fachbereich Stadtentwicklung und Planung durchgeführt.

Weitere Schritte:
Die Stadt beabsichtigt im Sinne eines transparenten Verfahrens ein Bewertungsgremium, bestehend aus Oberbürgermeister, Planungsdezernent, Geschäftsführung der EWMG / WFMG, Vorsitzenden des Planungs- und Bauausschusses, Vertreter der Fraktionen des Planungs- und Bauausschusses und Vertreter der Fraktionen der Bezirksvertretung Nord einzusetzen, die die Wettbewerbsleistungen im Rahmen von Jurygesprächen nach Maßgabe der vorgenannten Auswahl- und Zuschlagskriterien bewertet. Dabei werden die Qualifikation und Leistungsfähigkeit der Bewerber als auch die Qualitäten der Entwürfe hinsichtlich Städtebau und Architektur, als auch des Nutzungskonzeptes und des Investors bewertet. Nach Abschluss des Verfahrens – voraussichtlich im 3. Quartal 2019 – muss der Rat in einer erneuten Entscheidung dem Kaufvertrag final zustimmen.