Corona-Pandemie zeigt erste Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

27.750 Menschen waren in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss im April 2020 arbeitslos gemeldet. Wie die Agentur für Arbeit Mönchengladbach informiert, waren das 3.141 Frauen und Männer mehr als im Vormonat. 5.734 Betriebe stellten bisher Anträge auf Kurzarbeit.

„Wir sehen jetzt die ersten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt“, erklärt Angela Schoofs als Vorsitzende der Geschäftsführung und ordnet den Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,8 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent ein: „Kennzeichnend ist, dass sich mehr Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet haben als im Vormonat, vor allem aber, dass viel weniger Suchende in eine neue Arbeit einmünden konnten. Beispielsweise fielen die 966 Abgänge in den ersten Arbeitsmarkt im Verhältnis zum April der Vorjahre deutlich geringer aus.“

Prägend für die Entwicklung im Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach im April war Schoofs zufolge außerdem, „dass über die Kurzarbeit ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der wirtschaftlichen Strukturen erfolgt ist“. Die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeitergeld sowie die Zahl der Personen in Anzeigen ist seit Beginn der Corona-Pandemie landesweit auf ein Rekordniveau gestiegen. Angezeigt hatten diese bis zum 26. April nach vorläufigen Daten 2.048 Unternehmen in Mönchengladbach und 3.686 im Rhein-Kreis Neuss. Betroffen sind alle Branchen, insbesondere das Gastgewerbe, aber auch der Handel und andere Dienstleistungsbereiche. Die Anzeigen umfassten 28.315 Personen in Mönchengladbach sowie 38.542 im Rhein-Kreis Neuss: „Wie viel Kurzarbeit von den Unternehmen tatsächlich realisiert wurde und wie viele Menschen betroffen waren, werden wir aber erst in einigen Monaten sehen, wenn die Betriebe ihre Abrechnungslisten für den jeweiligen Kalendermonat eingereicht haben. Dafür haben sie drei Monate Zeit.“ Es ist eine „positive Botschaft“, betont Angela Schoofs, „dass viele Unternehmen die Möglichkeit der Kurzarbeit nutzen und damit verhindern, dass viele Menschen arbeitslos werden. Unsererseits haben wir die gesamte Struktur umgebaut und die Arbeitszeiten erheblich ausgeweitet, um Kurzarbeit und alle anderen Anliegen schnell und unbürokratisch zu bearbeiten.“

Und zuletzt wertet Angela Schoofs an den Arbeitsmarktzahlen für April 2020 positiv, dass auch in der Krise „weiterhin neue Stellen ausgeschrieben und neue Arbeitskräfte vermittelt werden konnten. Unser Ziel als Arbeitsagentur ist und bleibt es, dass niemand durchs Raster fällt.“

Anzahl der Arbeitslosen und Entwicklung der Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach stieg im April 2020 um 12,8 Prozent und liegt um 3.141 Frauen und Männer über dem Niveau des Vormonats. Damit sind aktuell 27.750 Menschen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum April 2019 sind das 3.187 Menschen mehr (+13,0 Prozent).

Die Arbeitslosenquote stieg im April 2020 auf 7,2 Prozent, was 0,8 Prozentpunkte mehr als im März sind. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Arbeitslosenquote ebenfalls um 0,8 Prozentpunkte (April 2019: 6,4 Prozent).

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt und Nachfrage nach Arbeitskräften

Trotz der Corona-Pandemie sind im April 2020 nicht nur Zugänge in die Arbeitslosigkeit, sondern auch Abgänge aus der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen gewesen. So konnten im Agenturbezirk 966 Personen in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden, davon entfielen 429 auf Mönchengladbach und 537 auf den Rhein-Kreis Neuss.

Auch der Zugang neu gemeldeter Arbeitsstellen ist im Agenturbezirk nicht zum Erliegen gekommen, auch wenn es pandemiebedingt gegenüber dem Vormonat einen starken Rückgang gegeben hat. Die Arbeitgeber im Agenturbezirk meldeten im April 418 neue Stellen für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, davon entfielen 199 auf Mönchengladbach und 219 auf den Rhein-Kreis Neuss. Im März waren insgesamt 4.674 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet, davon 2.283 in Mönchengladbach und 2.391 im Rhein-Kreis Neuss.

„Gesucht werden weiterhin neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel, aber auch im Bereich von Verkehr und Lagerei wie auch im Baugewerbe und Verwaltungssektor“, nennt Susanne Käser, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur in Mönchengladbach, beispielhaft einige Branchen mit Personalbedarf.

Arbeitssuchende können sich an die Rufnummern 0800 45555-00 oder 02161 4049900 wenden, Arbeitgeber an die 0800 45555-20. Außerdem steht ein umfangreiches Informationsangebot unter www.arbeitsagentur.de/moenchengladbach zur Verfügung.

Unterbeschäftigt, aber nicht arbeitslos

Die tatsächliche Verfassung auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich bei der Betrachtung der Unterbeschäftigung. Darin werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt.

Im April 2020 waren im Agenturbezirk Mönchengladbach 36.456 Menschen unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Dies sind 1.795 Personen mehr als im Vormonat (+5,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Unterbeschäftigung um 1.816 Personen (+5,2 Prozent).

„Von 8.706 Menschen, die im April 2020 nicht arbeitslos in der Unterbeschäftigung waren, nahmen 8.371 Personen an Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung teil. Das waren 881 Menschen weniger als im März, was damit zusammenhängt, dass auch berufliche Weiterbildung aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen betroffen war“, erklärt Susanne Käser, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur Mönchengladbach. „Wir stellen allerdings fest, dass inzwischen immer mehr Anbieter auf Online-Angebote umstellen, wodurch sie Qualifizierung weiterhin ermöglichen.“

Wer über Qualifizierung beraten werden möchte, kann bei der Arbeitsagentur beraten werden: bei Wohnort in Mönchengladbach unter der Telefonnummer 02161 4049900 und bei Wohnort im Rhein-Kreis Neuss unter der Telefonnummer 02131 9542000.