Business-Tag Handwerk

Schüler entdecken Hightech-Berufe des Handwerks

Beim Business-Tag Handwerk von MGconnect, Agentur für Arbeit und der Kreishandwerkerschaft erfuhren 70 Schüler, dass das Handwerk eine spannende Zukunftsbranche ist.

Mönchengladbach Beim ersten Workshop ist Lisa Kampfhhenkel noch etwas zurückhaltend. Die Eindrücke an den zehn Stationen in der Lehrwerkstatt „Kfz" der Kreishandwerkerschaft sind überwältigend. An Station 7 kommt die Neuntklässlerin der Gesamtschule Volksgarten mit den Auszubildenden Marius Tiggeler (19) und Dominik Creemers (21) ins Gespräch. Sie erklären ihr, wie die Achsvermessung mit dem speziellen Achsvermessungsprüfer funktioniert, was kontrolliert wird, wie Fehler behoben werden und wie abwechslungsreich der Beruf des Kfz-Mechatronikers ist. Ganz anders geht Alexa Lenders beim Workshop in der Lehrwerkstatt „Metall" ans Werk. Die 14-Jährige Realschülerin packt selbstbewusst beim Glattschleifen eines Metallgehäuses mit an: „Handwerkliche Berufe interessieren mich sehr. Mich schreckt es auch nicht ab, mit Männern zu arbeiten. Wir leben im 21. Jahrhundert."

Zum bereits vierten Mal haben MGconnect, die Agentur für Arbeit Mönchengladbach sowie die Kreishandwerkerschaft zum Business-Tag Handwerk eingeladen. Am Platz des Handwerks haben 70 Schüler von verschiedenen Schulen in Mönchengladbach spannende Einblicke in die modernsten Lehrwerkstätten des deutschen Handwerks erhalten. In Do-it-yourself-Workshops konnten die Schüler der Gemeinschaftshauptschule Dohr, der Realschule an der Niers, der Gesamtschule Volksgarten sowie der Rudolf-Steiner-Waldorfschule die Berufe des Elektronikers, Kfz-Mechatronikers, Metallbauers sowie des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizung- und 2 Elektrotechnik kennenlernen. Stefan Bresser, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, begrüßte die Jugendlichen und machte deutlich: „Handwerksbetriebe brauchen euch händeringend. Dafür ist euch nach der Ausbildung auch ein Arbeitsplatz garantiert."

Zu 80 Prozent wird heute mit Laptops gearbeitet

Dass ein Handwerker morgens sauber zur Arbeit geht und abends schmutzig nach Hause kommt, ist ein Vorurteil, das sich heute nicht mehr bestätigen lässt. Davon konnten sich die 60 Schüler vor allem in der Kfz-Lehrwerkstatt überzeugen. Ohne entsprechende Technik wird dort nicht mehr gearbeitet. Es fällt zudem auf, dass es sehr sauber ist – egal an welcher der zehn Stationen. Ricardo Loers (14) von der Gesamtschule Volksgarten lässt sich von Auszubildenden die CAN-Station erklären. Mithilfe des Controller–Area-Networks können elektronische Baugruppen wie Steuergeräte oder intelligente Sensoren von Fahrzeugen miteinander vernetzt werden. „Die Jungs haben mich überzeugt", sagt Ricardo Loers schließlich. Der Handwerksberuf kommt für ihn auf jeden Fall infrage. „Ich tendiere jedoch zum Metallbauer. Da kann ich abends das Ergebnis meiner Arbeit zeigen und in den Händen halten."

Für David Bongartz, Vorstand der MGconnet-Stiftung, steht schon jetzt fest, dass es auch im nächsten Jahr eine Fortführung des Business-Tags Handwerk geben wird: „Die Nachfrage steigt von Jahr zu Jahr. Die Berufe haben Zukunft. Und das wird immer mehr wahrgenommen." Und Stefan Bresser ergänzt: „Wir führen jedes Jahr 1000 Schüler durch die Lehrwerkstätten der Kreishandwerkerschaft. Aber der Business-Tag Handwerk ist noch mal etwas ganz anderes, weil wir den Schüler in den Workshops viel mehr zeigen können."

Mittlerweile hat Lisa Kampfhhenkel das Handwerk gewechselt. Sie schaut den Metallbauern über die Schulter und greift dann selbst zum Metallbohrer. Die anfängliche Scheu hat die Gesamtschülerin komplett abgelegt. Sie arbeitet konzentriert und motiviert an ihrer Aufgabe.