Bürgerservice bringt´s: Fahrradkurierdienst für Ausweisdokumente kommt bisher vor allem bei älteren Bürgern an

Wer einen neuen Reisepass oder Personalausweis benötigt, musste bisher gleich zwei Mal in eine der Meldestellen des Bürgerservice gehen: Einmal um das Dokument zu beantragen - und ein zweites Mal, wenn der Ausweis nach drei bis vier Wochen aus der Bundesdruckerei eingetroffen ist. Da kommen einige Wege zusammen, denn die Stadt stellt pro Jahr rund 25.000 bis 30.000 Ausweisdokumente aus.

Zumindest einen Weg können sich die Antragsteller inzwischen sparen: Denn seit rund vier Wochen bietet der Fachbereich Bürgerservice in Kooperation mit dem Diakonischen Werk einen Lieferservice per Fahrradkurier für neu beantragte Dokumente an. So können Personalausweise und Reisepässe kostengünstig und umweltfreundlich nach Hause oder an den Arbeitsplatz geliefert werden. An der Radstation der Diakonie am Hauptbahnhof in Mönchengladbach sind zwei Fahrradkuriere stationiert, die den Zustellservice übernehmen.

Die Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk ist zu Stande gekommen, da dieses die Radstationen an den Hauptbahnhöfen in Mönchengladbach betreibt und es bisher noch keinen gewerblichen Fahrradkurierdienst in der Stadt gibt. Die Nähe der Radstationen zu den Standorten des Bürgerservice in Rheydt und Mönchengladbach stellt ebenfalls einen großen Pluspunkt dar. Außerdem hat die Partnerschaft mit der Diakonie auch eine soziale Komponente, weil die Anstellung der Fahrradkuriere in Kooperation mit dem Jobcenter stattfindet. Dadurch wird einigen Menschen ein Wiedereinstieg in das Berufsleben ermöglicht. Und weil der Preis von 6 bis 8 Euro pro Zustellung die Kosten nicht vollständig deckt, fördert die Evangelische Landeskirche das Projekt in den ersten beiden Jahren.

Einen Monat nach der Einführung des Zustellservice zogen Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Heinz Herbert Paulus vom Diakonischen Werk und Hardy Drews vom Fachbereich Bürgerservice heute (8. April) ein erstes positives Fazit.

Bereits 48 Mal wurde der neue Service in Anspruch genommen. Die höchsten Nachfragen sind in Mönchengladbach und Rheydt Zentrum zu verbuchen, aber auch in den Außenstellen steigt die Nachfrage. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass vorrangig ältere Menschen den Service in Anspruch nehmen. Joachim Meyer vom Fachbereich Bürgerservice fasste die ersten Aufträge daher folgendermaßen zusammen: "Je älter die Menschen, desto höher die Nachfrage".

Die Rückmeldungen der Bürger sind bis jetzt sehr positiv. Vor allem die Möglichkeit der späten Zustellung und die unproblematische Abwicklung vor Ort wurden positiv bewertet. Das Zusammenspiel zwischen Ausweisbehörde und dem Diakonischen Werk läuft ebenfalls problemlos, sodass von Seiten der Stadt Mönchengladbach bereits über einen Ausbau der Zusammenarbeit nachgedacht wird.

Die Zustellung können Bürgerinnen und Bürger beim Beantragen des Ausweises in allen Meldestellen gleich mitbuchen. Der Service kostet bei Zustellung bis 17 Uhr 6 Euro, bei Zustellung nach 17 Uhr 8 Euro. Fragen von Bürgerinnen und Bürgern zu dem Kurierdienst beantwortet der Fachbereich Bürgerservice unter der Rufnummer 02161 / 25-53160 und der E-Mail radkurier@moenchengladbach.de.