Braunkohlenausstieg: „Für uns ergeben sich einmalige Chancen“

Abschlussbericht der Kohlekommission ein Thema in den Fachausschüssen

Der Abschlussbericht der "Kohlekommission" wurde in den Fachausschüssen diskutiert und wird auch in der nächsten Sitzung des Rates der Stadt Mönchengladbach am 27. März ein Thema sein. Die Bundesregierung hat für das Rheinische Revier Strukturhilfen in Höhe von 15 Milliarden Euro zugesagt. Das Geld soll verteilt auf 20 Jahre fließen. In einer Revierkonferenz mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wurde Mönchengladbach als "Dynamikgeber" des Strukturwandels deutlich hervorgehoben. Die Stadt sieht aber noch erheblichen Klärungsbedarf. "Aus Sicht der Verwaltung muss unbedingt festgelegt werden, welches Gremium über den Strukturwandel entscheidet. Dazu fehlen im Moment noch die Vorgaben, welcher Raum für den Strukturwandel erfasst werden soll und welche Kommune für welche Fördermittel in Frage kommt", erklärt Stadtdirektor und Umweltdezernent Dr. Gregor Bonin. "Es wird um die Umsetzung der besten und innovativsten Projekte gehen. Hierbei können wir ein Vorreiter für ein nachhaltiges, gesundes und zukunftsweisendes Wohnen und Arbeiten im Rheinischen Revier werden. Für uns ergeben sich einmalige Möglichkeiten."

Der Strukturwandel ist eine große Chance, aber auch eine große Herausforderung: Für die Umsetzung des Strukturwandels müssen in Mönchengladbach die entsprechenden Organisationsstrukturen und Personalkapazitäten aufgebaut werden. "Es wird Strukturwandelprojekte geben, die beim Zweckverband angesiedelt sind, aber auch rein städtische Projekte", so Dr. Bonin weiter. Der Zweckverband Tagebaufolge(n)landschaft mit Sitz in Erkelenz im Ortsteil Kuckum vertritt die Interessen bei den Regionalplanungen in Düsseldorf und Köln und beteiligt sich am Braunkohlenplanverfahren Garzweiler II. Gegründet wurde er von den Städten Mönchengladbach, Erkelenz und Jüchen sowie von der Gemeinde Titz.

Die Zukunftsagentur Rheinisches Revier hat vier Zukunftsfelder identifiziert, die auch für den städtischen Strukturwandel von Bedeutung sind: Dazu gehört die Raum- und Infrastruktur mit neuen Mobilitätskonzepten und Verkehrsverbindungen. Im Zukunftsfeld Energie und Industrie sollen mit Partnern aus der Industrie Maßnahmen mit CO2-freien Energiekonzepten, den Ausbau regenerativer Energiequellen und die Ansiedlung einer innovativen energieerzeugenden Industrie ermöglicht werden. Zudem sind Hochschulen mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten ein wichtiger Partner für das Zukunftsfeld Innovation und Bildung. Im Zukunftsfeld Agrobusiness soll es Entwicklungsprojekte geben, die sich mit der Landwirtschaft als Biomasseproduzent und Energieversorger sowie als regionaler Versorger beschäftigen. Eine Internationale Bau- und Technologieausstellung mit Leuchtturmprojekten der nächsten Jahre soll laut Landesregierung der Impuls und Rahmen für eine dynamische Entwicklung in der Region sein.