Betriebliches Mobilitätsmanagement: So startet die Stadt in die Zukunft!

Stadt will sich als moderner Arbeitgeber präsentieren und neue Angebote schaffen

Mobilität wird in der Stadtverwaltung neu gedacht. Die Stadtverwaltung wird im Planungs- und Bauausschuss ein Konzept zur Einführung eines Betrieblichen Mobilitätsmanagements vorstellen, das nicht nur aufgrund möglicher Einspareffekte ein wichtiger Baustein im Haushaltssanierungsplan ist, sondern auch ein Zeichen für den Klimaschutz setzt, aber auch Auswirkungen auf den Arbeitsalltag der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wird. "Mit einem Betrieblichen Mobilitätsmanagement haben wir die Möglichkeit, Mobilitätskosten und klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. Darüber hinaus können wir uns mit neuen mobilen Lösungen als moderner Arbeitgeber präsentieren und neue Angebote für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen", so Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. Für das geplante Rathaus der Zukunft mg+ spielt das Betriebliche Mobilitätsmanagement eine entscheidende Rolle "Auf Grundlage der jetzt vorliegenden Informationen können wir zukünftige Bedarfe ableiten. Durch die konsequente Förderung der Nahmobilität, aber auch des ÖPNV, können wir den Standort Rheydt stärken", so Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin. "Die Fakten zeigen zudem, dass wir mit unseren Stellplatzberechnungen für das Rathaus der Zukunft mg+ richtig liegen und nicht wesentlich mehr Stellplätze benötigen als bisher." Fehlende Stellplätze können durch freie Kapazitäten in umliegenden Parkhäusern gedeckt werden.

Für die Erarbeitung eines Mobilitätskonzeptes wurden die Dienstfahrten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter analysiert und eine Erreichbarkeitsanalyse erstellt. Außerdem wurde eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Annähernd 65 Prozent aller städtischen Angestellten beteiligten sich an dieser Befragung. Rund 78 Prozent gaben an, derzeit mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Aber: Nur jeder vierte Mitarbeiter wohnt weiter weg als 20 Kilometer. 70 Prozent der städtischen Angestellten wohnen in einer Pedelec- und Radentfernung (bis 10 Kilometer). Der Faktor Zeit spielt für die Mitarbeiter eine wichtige Rolle in der Auswahl des Transportmittels: Die Analyse zeigt aber, dass gerade im Nahbereich (bis fünf Kilometer) das Fahrrad die schnellere Alternative wäre. Rund 50 Prozent der Mitarbeiter könnten mit einem E-Roller zur Arbeit fahren. Sie wären mit dem E-Roller genauso schnell unterwegs wie mit dem Auto. Geht es um Dienstfahrten, finden 37 Prozent aller Fahrten in einem 10-Kilometer-Bereich statt. Die maximale Entfernung liegt bei einzelnen wenigen Fahrten bei 200 Kilometer. Selbst diese Fahrten können mit einem E-Fahrzeug durchgeführt werden. Eine Tageslastkurve zeigt, dass die meisten Fahrten von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr unternommen werden. Die meisten Pkw verbleiben tagsüber ungenutzt auf ihrem Stellplatz. Durch einen Fahrzeugpool, der elektrisch betrieben wird, können Fahrzeuge effizienter genutzt und gleichzeitig Emissionen wie auch Kosten reduziert werden. Zudem entfällt so die Notwendigkeit mit dem privaten Pkw zur Arbeit zu kommen.

"Das Mobilitätsverhalten verändert sich. Sharingangebote und alternative Formen der Mobilität gewinnen zunehmend an Bedeutung, sodass der Pkw als alleiniges Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit nicht mehr aktuell ist. Die Konzentration der Verwaltung an einem Standort bietet uns die Chance, als Stadtverwaltung beim Thema Mobilität mit gutem Beispiel voranzugehen ", so Ludger Theunissen, Leiter der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung Rathaus der Zukunft mg+.

Das Ziel des Betrieblichen Mobilitätsmanagements ist es, den Mitarbeitern neue Angebote zur Verfügung zu stellen und den Betrieb effizienter zu gestalten. Der jetzige Anteil an Dienstfahrten - egal ob Dienstfahrzeug oder Privatfahrzeug - verursacht laufende Kosten von rund 540.000 Euro jährlich. Mit einem Fahrzeugpool von 80 konventionellen Fahrzeugen über einen Carsharing-Anbieter wäre eine Kostenersparnis von rund sechs bis sieben Prozent möglich, mit E-Fahrzeugen sogar bis zu 27 Prozent. Machbar wäre aber auch ein Fahrzeugpool mit nur 60 E-Fahrzeugen. Dann würde die Kostenersparnis bei rund 35 Prozent liegen. Der CO2-Ausstoß würde beim Einsatz von E-Fahrzeugen um mehr als 50 Prozent sinken.

Durch die Umsetzung von Maßnahmen wie dem Aufbau eines Fahrzeugpools und das Angebot von Diensträdern können auch Stellplatzbedarfe analog zur Mobilitätssatzung, gerade im Hinblick auf die Planungen zum Rathaus der Zukunft mg+, weiter reduziert werden. "Es geht nun darum, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzliche Anreize zu schaffen, die einen Umstieg auf Sharingangebote, Fahrradverkehr oder ÖPNV unterstützen und das nicht erst im neuen Rathaus sondern bereits vorher", fasst die städtische Mobilitätsbeauftragte Caprice Mathar zusammen. Dazu gehören für Dienstfahrten der Aufbau einer Fahrzeugflotte inkl. Lademöglichkeiten für Pkw und Rad, mehr Abstellanlagen für Fahrräder inkl. Lademöglichkeiten, ein Zuschuss zum Jobticket, neue Formen der Parkraumbewirtschaftung und die Förderung von Fahrgemeinschaften.