Bereitschaftspflegeeltern gesucht

Nicht immer schaffen es Eltern, sich ausreichend um ihr Kind zu kümmern und es gut zu betreuen und zu versorgen. Manchmal wird die Not für die Kinder dann so groß, dass der Fachbereich Kinder, Jugend und Familien für sie ein Lösung außerhalb des Elternhauses suchen muss.

Im Jahr 2018 musste das „Jugendamt“ 232 Kinder in Obhut nehmen, darunter 70 Kinder unter 6 Jahren. Die Bilanz für das erste Quartal 2019 sieht ähnlich aus. 60 Kinder, davon 18 Kinder im Vorschulalter, wurden wegen einer Gefährdung in Obhut genommen.

Die Erfahrung zeigt, dass gerade kleinere Kinder bis zu 6 Jahren in einer kritischen Situation am besten in Familien mit Kindern aufgefangen werden können. Zurzeit hat der Fachbereich Kinder, Jugend und Familien 10 Bereitschaftspflegefamilien mit 18 Plätzen für Kinder. Jetzt sucht die Stadt weitere Familien, die diese anspruchsvolle Aufgabe auf Zeit übernehmen möchten.

Monika Ferfers vom Pflegeelterndienst weiß aus langjähriger Erfahrung, was Pflegeeltern für die Bereitschaftspflege mitbringen müssen: „Kinder sind in dieser Situation unsicher und haben Angst. Sie benötigen dann erstmal Ruhe und feinfühlige Erwachsene, die ihm eine sichere und verlässliche Umgebung bieten, die bereit sind, das Kind herzlich aufzunehmen und sich um sein Wohlergehen zu kümmern. Dies alles in der Gewissheit, dass das Kind nicht dauerhaft bleibt und die Rückführung in die Ursprungsfamilie oder die Vermittlung an eine Vollzeitpflegefamilie vorbereitet werden muss.“

Bereitschaftspflegefamilien sollten nicht nur ein Herz für Kinder haben, sondern möglichst auch eigene Kinder, ein gesichertes Familieneinkommen, Platz und Zeit. Sie müssen gesund und unbescholten sein. Das Jugendamt bereitet Bewerber intensiv auf die Aufgabe vor. Dabei stehen Gespräche mit allen Familienmitgliedern, Beratungsgespräche und ein Seminar an.

Bereitschaftspflegefamilien werden auch während der Tätigkeit fachlich begleitet, fortgebildet und sie können sich regelmäßig mit anderen Bereitschaftsfamilien austauschen. Sie erhalten ein Pflegegeld von monatlich 1.313 Euro pro Pflegekind im Alter von 0 bis 7 Jahren.

Informationsabende im Treffpunkt mg+

Der Pflegeelterndienst lädt Familien, die sich für die Bereitschaftspflege interessieren, zu zwei Informationsveranstaltungen ein. Sie finden am Donnerstag, 13. Juni, und Donnerstag 27. Juni, jeweils um 17 Uhr im Treffpunkt mg+ an der Aachener Straße 2 statt.

Für Informationen stehen Monika Ferfers und Kerstin Beine vom Pflegeelterndienst auch telefonisch unter den Rufnummern 02161 / 25-3383 und -3384 zur Verfügung.