Ausstellungsreihe „Kunst im Rathaus“ - die Vierte

Karl-Heinz Heming, Julia Kujat und Wolfgang Speen zeigen Werke im Rathaus Abtei

Kunst im Rathaus“, die von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners 2015 eingeführte Ausstellungsreihe, präsentiert im Jahr 2018 drei Künstlerinnen und Künstler, die in der Kunstszene Mönchengladbachs aktiv sind und in die städtische c/o-Künstlerförderung aufgenommen wurden. Auf Empfehlung des städtischen Kulturbüros, das für die c/o-Künstlerförderung verantwortlich zeichnet,  wählte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners die Mönchengladbacher c/o-Mitglieder Karl-Heinz Heming, Julia Kujat und Wolfgang Speen aus, für ein Jahr ihre Werke in den Räumen des Oberbürgermeisters  zu präsentieren.

Ziel der Ausstellungsreihe ist es, Gästen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung einen starken Eindruck von der Qualität der städtischen Kunstszene zu vermitteln. Zugleich wird der besondere Stellenwert dokumentiert, den die Bildende Kunst für das Kulturleben in Mönchengladbach besitzt. Um die Ausstellungen den Bürgern der Stadt zugänglich zu machen, wird die Ausstellung am Freitag, 15.Juni, um 18.30 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Zudem werden im Herbst und Frühjahr zwei öffentliche Führungen mit den Künstlern organisiert. „Es passiert durchaus häufiger, dass man vor einer Sitzung oder einem Treffen über die Kunstwerke spricht, die hier in den Räumlichkeiten hängen. Und man merkt häufig auch eine Begeisterung, was die Kunstszene hier in Mönchengladbach alles zu bieten hat“, so Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.  „Die Ausstellung ist eine sehr gute Würdigung der künstlerischen Arbeiten und der professionellen Künstlerszene in Mönchengladbach“, freut sich Dr. Thomas Hoeps, Leiter des städtischen Kulturbüros. „Außerdem können wir auf diesem Weg sehr gut zeigen, dass Kunst ein fester Bestandteil des Alltags geworden ist“, so Hoeps weiter. 

Kuratiert wird die Ausstellung durch Henrike Robert, seit Februar als Volontärin im Kulturbüro tätig. „Die Kunstwerke stellen eine spannende Wechselbeziehung zwischen den beiden Arbeitswelten der Künstler und Verwaltungsmitarbeiter her, wobei im Falle der Kunst nicht nur die Exponate zu sehen sind, sondern auch das, was sich dahinter verbirgt“, betont Henrike Robert.   

Davon können sich die Besucher der Ausstellungseröffnung am Freitag überzeugen.

Karl-Heinz Heming (1948 in Gladbeck geboren) studierte von 1969 bis 1975 bei Prof. Heerich an der Kunstakademie Düsseldorf und ist seit 1998 Mitglied der Städtischen c/o-Künstlerförderung seit 1998. Er arbeitet mit hellem, unbehandeltem Pappelholz und millimeterdünnem Flugzeugsperrholz aus Birke. In der Ausstellung zeigt der Künstler Steckobjekte, Schnittobjekte und zuletzt entstandene Sägezeichnungen mit freien, bewegten Linien, die in eingefärbte Holzflächen gesägt werden. Heming entfernt sich dabei von der linearen Struktur und überlässt dem Sägeblatt die zeichnerische Geste. 

Julia Kujat (1984 geboren in Korgalzhyn, Kasachstan), seit 2015 c/o-Mitglied, studierte von  2004 bis 2010 an der Kunsthochschule Kassel bei Prof. Eva Maria Schön und Prof. Alf Schuler. Sie präsentiert Fotogramme auf Barytpapier sowie ein Foto, das in der Dunkelkammer während der Arbeit an den Fotogrammen entstanden ist. Julia Kujat begreift Kunst als forschendes Handeln. So legte sie ihren Kopf und einen Luftballon zwischen Belichtungsgerät und Barytpapier, wobei der Ballon während einer Belichtungszeit von 15 Sekunden mit einzelnen Atemstößen aufgeblasen und dieses Anwachsen als Lichtzeichnung im Bild festgehalten wurde.  

Wolfgang Speen (1958 in Mönchengladbach), seit 1998  c/o-Mitglied studierte von 1979 bis 1984 Germanistik und Kunst in Aachen. Im Rathaus Abtei zeigt er zum Teil großformatige informelle Malereien, die sich durch die malerische Auseinandersetzung, das Experimentieren mit unterschiedlichen Materialien und das Einbinden von Schriftfragmenten  auszeichnen. Ihn bewegen Sprache und Malerei zugleich. Die Sprache, losgelöst von Bedeutungsinhalten ( Bilder tragen Titel wie „“Kassal“, „Gerol“ oder „Tissi“) wird zu einer Art „Vorsprache“ zu Klanglauten, die wie auch die im Bild eingebetteten Materialien aus Erde, Asche, Karton und Japanpapier beim Betrachter Assoziationen freisetzen.  Die Farbe wird auf die Leinwände geschüttet, gespachtelt, mit Pinsel oder Hand aufgetragen. In seinen Werken bestimmt der Malprozess das Bild.