Ausstellung in der Citykirche: jangiS*tephan – observant_ly

Bereits im Juni 2018 präsentiert Stephan Bähren, genannt jangiS*tephan, in der Kunstkapelle der LVR-Klinik aktuelle Werke. Bestandteil seiner damaligen Ausstellung sind u.a. vier 2017 entstandene, großformatige quadratische Tafeln, aufgeteilt in je zwei aufeinander verweisende Paare. Diese auch aktuell wieder gezeigten Resultate einer euphorischen Phase des Künstlers sind durch ihre Farbgebungen symbolisch aufgeladen und verweisen so beispielsweise auf die blau weißen Farben jüdischer Ritualkleidung sowie die Nationalflagge Israels. Schwarz, Rot und Gold dagegen benennen die Grundfarben der 1848 im Reichsgesetzblatt verkündeten deutschen Flagge, die während der Zeit des deutschen Reiches zwischen 1871-1918 in Schwarz Weiß Rot geändert wurde und anschließend in der Weimarer Republik zwischen 1918-1933 zum Einsatz kam. Anfänglich wurde sie auch im Dritten Reich als Nationalflagge zusammen mit der Hakenkreuzfahne bis 1935 wieder verwendet wodurch ihr Image heute und durch den Missbrauch bei rechtsradikalen Aufmärschen stark belastet ist.

Unter dem Thema observant_ly (achtsam) zeigt die Pfarre Sankt Vitus nun neue, je 128 x 128 cm große Arbeiten des in Mönchengladbach lebenden Künstlers und Architekten Bähren, die gezielt in einen Dialog zu den vier früheren Werken treten.

Wie schon in der Kunstkapelle des LVR treten alle in der Citykirche vom 30. März bis zum 3. Mai gezeigten Werke mit dem Ausstellungsort in einen unmittelbaren Dialog. Reflektierte die Hängung 2018, bezugnehmend auf den sakralen Raum noch die Kreuzform, so ist sie diesmal seriell horizontal ausgerichtet, indem sie der vorgegebenen Wandgliederung des südlichen Seitenschiffs folgt. Abermals in Paaren platziert entfalten die insgesamt acht Tafeln dadurch eine in verschiedenen Richtungen zu lesende Geschichte, die über Formeln des christlichen Glaubens berichtet. Die Ausstellung "observant_ly" von Stephan Bähren, geb. 1962, der sich als Hommage an seine Töchter Svea, Jane und Inga den Künstlernamen jangiS*tephan gegeben hat, animiert zur Achtsamkeit. Achtsamkeit seinen Mitmenschen gegenüber und auch zu sich selbst. Nicht zufällig überschneidet sich die Ausstellungsdauer mit der auf Hoffnung basierenden Osterzeit 2019.

Eröffnung ist am Samstag, 30. März um 19 Uhr.