Arbeitslosigkeit steigt mit deutlich abgeschwächter Dynamik

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss im Juni 2020 um 697 Männer und Frauen auf 29.911 Personen gestiegen – das entspricht einem Plus von 2,4 Prozent. Dieses fällt damit deutlich schwächer als in den Vormonaten aus.

Der pandemiebedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit hatte im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach im April noch 12,8 Prozent (+3.141 Personen) betragen und im Mai 5,3 Prozent (+1.464 Personen). "Die Zahl der Arbeitslosen ist hoch, und die Kurzarbeit bewahrt weiterhin sehr viele Menschen davor, arbeitslos zu werden", fasst Susanne Käser den regionalen Arbeitsmarkt im Juni 2020 zusammen. Darüber hinaus lenkt die Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur Mönchengladbach den Blick auf Entwicklungen, "die hinter diesen großen Zahlen etwas verborgen liegen. So haben wir den Juni auch als einen Moment leichter Entspannung erlebt, von dem wir alle nur hoffen können, dass er sich fortsetzt und die Basis für den Weg aus der Krise bildet." Der Zugang an Arbeitslosen ist im Juni erneut leicht rückläufig gewesen, wohingegen der Abgang von Arbeitslosen in Erwerbstätigkeit und der Zugang neuer Stellen erneut leicht gestiegen sind.

Neue Daten liefert die aktuelle Arbeitsmarktstatistik auch zur Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss, wenngleich diese auch die Zeit vor der Corona-Pandemie betreffen (Stichtag 31. Dezember 2019). Registriert wurden 254.803 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, was 4.248 Personen oder 1,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal gewesen sind. Mönchengladbach kam Ende 2019 auf 103.669 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (+3.256 Personen oder +3,2 Prozent zum Vorjahresquartal) und der Rhein-Kreis Neuss auf 151.134 Beschäftigte (+992 Personen oder +0,7 Prozent zum Vorjahresquartal). "Diese gute Entwicklung vor der Corona-Pandemie könnte für unsere Region auf dem Weg aus der Krise ebenfalls von großer Bedeutung sein", schätzt Susanne Käser ein.

Anzahl der Arbeitslosen und Entwicklung der Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach stieg imJuni 2020 um 2,4 Prozent und liegt um 697 Frauen und Männer über demNiveau des Vormonats. Aktuell sind damit 29.911 Menschen in Mönchengladbachund im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juni2019 sind das 5.032 Personen mehr (+20,2 Prozent).Die Arbeitslosenquote stieg im Juni 2020 auf 7,8 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunktemehr als im Mai und 1,3 Prozentpunkte mehr als im Juni des vergangenenJahres (Juni 2019: 6,5 Prozent).

Arbeitsmarkt in den regionalen Gebietskörperschaften

In der Stadt Mönchengladbach waren im Juni 2020 14.731 Menschen arbeitslosgemeldet, was 200 Personen mehr als im Vormonat (+1,4 Prozent) und1.932 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+15,1 Prozent) gewesen sind. Die Arbeitslosenquote beträgt in Mönchengladbach für Juni 10,5 Prozent. Sie liegt um 0,2 Prozentpunkte über Mai 2020 und um 1,4 Prozentpunkte über Juni 2019.

15.180 Frauen und Männer waren im Juni 2020 im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Das sind 497 Personen mehr als im Vormonat (+3,4 Prozent)gewesen und 3.100 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+25,7 Prozent).6,2 Prozent beträgt die aktuelle Arbeitslosenquote für den Rhein-Kreis Neuss. Sie liegt um 0,2 Prozentpunkte über Mai 2020 und um 1,2 Prozentpunkte über Juni 2019.

Durch die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt veränderten sich auch die Arbeitslosenquoten an den drei Standorten der Arbeitsagentur im Kreisgebiet. In der Geschäftsstelle Neuss stieg die Arbeitslosenquote im Juni 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent (Juni 2019:5,4 Prozent). In der Geschäftsstelle Dormagen stieg die Arbeitslosenquote im Juni 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent(Juni 2019: 4,2 Prozent). In der Geschäftsstelle Grevenbroich stieg die Arbeitslosenquote im Juni 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent (Juni 2019: 4,3 Prozent). Registriert wurden 2.030 Arbeitslosein der Stadt Dormagen, 2.122 in Grevenbroich, 542 in Jüchen, 6.867in Neuss, 678 in Korschenbroich, 1.150 in Kaarst, 1.512 in Meerbusch und279 in Rommerskirchen.

Hinweis: 
Zur Hauptagentur Mönchengladbach gehört nur die Stadt Mönchengladbach; die Geschäftsstelle Neuss umfasst die Städte Neuss, Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch. Zur Geschäftsstelle Dormagen zählt nur die Stadt Dormagen. Die Geschäftsstelle Grevenbroich umfasst die Städte Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen. Die Daten der drei Geschäftsstellen Neuss, Grevenbroich und Dormagen ergeben zusammen die Zahlen für den Rhein-Kreis Neuss.

Entwicklung der angemeldeten Kurzarbeit

Von März bis Mai 2020 waren von der Agentur für Arbeit für die Betriebe aus Mönchengladbach und dem Rhein-Kreis Neuss 6.611 Anzeigen über Kurzarbeiterfasst worden, wovon bis zu 74.860 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen sein könnten. Im Juni sind nach vorläufigen Daten (Stichtag 25. Juni2020) noch einmal 209 Anzeigen hinzugekommen, die für maximal 2.826 Menschen gelten könnten. "Nach dem Höchstwert der Neuanzeigen im April erleben wir im Juni im zweiten Monat in Folge einen starken Rückgang der neu gestellten Anzeigen. Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit können wir momentan allerdings noch nicht veröffentlichen, weil den Arbeitgebern für das Einreichen der Abrechnungsanträge längere Fristen eingeräumt werden", erklärt Susanne Käser, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Mönchengladbach.

In der Stadt Mönchengladbach zeigten im Juni 2020 weitere 101 Unternehmen für bis zu 1.197 Frauen und Männer Kurzarbeit an. Im Rhein-Kreis Neuss kamen 108 Unternehmen mit bis zu 1.629 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinzu.

Bewegung auf dem Arbeits- und Stellenmarkt

Trotz der Corona-Pandemie blieb der Arbeits- und Stellenmarkt im Agenturbezirk Mönchengladbach auch im Juni 2020 in zwar reduzierter, aber dennoch reger Bewegung. Beispielsweise konnten 1.211 Personen in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden, was 174Männer und Frauen mehr als im Mai gewesen sind (+16,8 Prozent).

Der Stellenmarkt spiegelt den Kräftebedarf wider, der aktuell noch nicht befriedigt werden konnte. Positiv ist für den Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbachfestzustellen, dass im Juni 2020 weiterhin neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden sind, und zwar 721. Das sind 42 Stellen oder 6,2 Prozent mehr als im Mai 2020. Damit ist im zweiten Monat in Folge im Agenturbezirk Mönchengladbach eine leichte Besserung beim Zugang neu gemeldeter Stellen zu verzeichnen, nachdem es im April pandemiebedingteinen starken Rückgang gegeben hatte.

Im Juni hatte die Agentur für Arbeit Mönchengladbach damit insgesamt 3.820offene sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Bestand. "Festzuhalten ist allerdings auch, dass die Zahl der offenen Stellen pandemiebedingtweiterhin rückläufig ist, so dass weniger Arbeitsstellen für die Vermittlung zur Verfügung stehen", erklärt Susanne Käser, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur Mönchengladbach. Im Juni ging der Bestand an sozialversicherungspflichtigen Stellen im Agenturbezirk um 289 Stellen zurück, was im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von 1.967 Stellen bedeutet.

Arbeitssuchende können sich bei der Arbeitsagentur Mönchengladbach an die Rufnummern 0800 45555-00 oder 02161 4049900 wenden, Arbeitgeber an die 0800 45555-20. Außerdem steht ein umfangreiches Informationsangebot unter www.arbeitsagentur.de/moenchengladbach zur Verfügung.