Anti-Gewalt-Training „Boxenstopp“ ein voller Erfolg

Mehr als 6.600 Schülerinnen und Schüler nahmen bisher teil

Gewalt an Grundschulen ist ein Problem, das Aggressionspotenzial und die Anzahl von Konfliktsituationen steigen. "Das nimmt leider zu", erklärt Sibylle Wanders, pädagogische Leiterin des Vereins Gewaltfrei Lernen e.V. Wanders und ihr Team haben in den letzten Jahren rund 6.600 Grundschüler an 23 Mönchengladbacher Grundschulen geschult, wie man souverän mit Beleidigungen, Erniedrigungen und Gewalt umgehen kann. Das Anti-Gewalt- und Konfliktlösungstraining "Boxenstopp" ist ein voller Erfolg. Das Projekt wurde Anfang 2014 vom Rotary Club in Zusammenarbeit mit der Stadt Mönchengladbach sowie dem Schulamt initiiert und organisiert. Rund 500.000 Euro hat der Rotary Club Mönchengladbach aus Privatspenden, durch Sponsorengelder sowie mit Unterstützung von Rotary International und der Wilberz-, Sparkassen- und Elfriede-Kürble-Stiftung in den letzten Jahren zusammengetragen. "Der Boxenstopp ist eines der größten Sozialprojekte in unserer Stadt und zeigt, wie groß das Engagement aus der Bürgerschaft und Unternehmerschaft ist", so Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, der gleichzeitig auch Schirmherr des "Boxenstopps" ist, beim Jahrestreffen aller Beteiligten.

Das Schulungsprogramm stärkt die Impulskontrolle der Kinder. Drei Schritte zur Konfliktlösung werden geübt: Mit einfachen, aber selbstbewusst formulierten Sätzen wie "Lass mich los" oder "Hör auf damit" werden Grenzen aufgezeigt. Führt das nicht zum Erfolg, wird eine Reaktion angekündigt: "Hört auf damit oder ich hole einen Erwachsenen". Erst im dritten Schritt werden die Lehrkräfte informiert. Wanders macht deutlich, dass zurückschlagen keine gute Wahl ist: "Das verschärft die Situation meistens nur." Elternarbeit ist wichtig. Um die Arbeit mit den Erziehungsberechtigten zu forcieren, bietet der Verein mittlerweile auch gezielt Eltern-Kind-Trainings an den Schulen an. Die pädagogischen Fachkräfte in den Schulen wissen das Angebot zu schätzen. Der Rotary Club befragte die Schulleitungen. 82 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Handlungsfähigkeit in Konflikten verbessert hat. 91 Prozent teilten mit, dass sich die Handlungsfähigkeit der Kinder "ein wenig" bis "stark verbessert" habe. "Die beteiligten Schulen sind sehr zufrieden mit der Organisation und der pädagogischen Arbeit des Boxenstopps", so Schulamtsdirektorin Ursula Schreurs-Dewies.

Die Finanzierung ist noch bis 2020 gesichert. "Wir sind schon dran, damit das Projekt fortgeführt werden kann", erklärt Dr. Johannes Grossmann als Projektverantwortlicher des Rotary Clubs. Aber klar ist: Ohne Unterstützung der Bürgerschaft und Unternehmerschaft funktioniert es nicht.