Ansichtskarten-Sammlung Stefan Purrio im Stadtarchiv

Das Stadtarchiv ist um eine besondere Sammlung reicher: Zum Ende des Sommers konnte das Stadtarchiv eine umfangreiche Ansichtskarten-Sammlung des verstorbenen Sammlers Stefan Purrio übernehmen. Soweit die Mitarbeiter des Stadtarchivs bisher die Sammlung überblicken können, handelt es sich schätzungsweise um rund 12.000 Karten.

Der Bruder des Sammlers, Karl Purrio, hatte im Frühjahr dieses Jahres Kontakt zum Stadtarchiv aufgenommen, ob Interesse an der Sammlung bestünde. Dieses war sofort geweckt, wusste man doch nach früheren Kontakten zum Sammler selber schon, was für eine reichhaltige Sammlung sich dahinter verbergen würde.

Stefan Purrio hatte nach Bericht seine Bruders zuletzt intensiv Ansichtskarten gekauft und gesammelt, daneben ortsgeschichtliche Literatur. Die Ansichtskarten ordnete er größtenteils in über 60 speziellen Einsteckalben nach Themen. Daneben befanden sich zahllose Ansichtskarten teil grob geordnet, teil ungeordnet in Kartons. Seit seinem Ableben 2018 lag alles in einem trockenen und sehr sauberen Raum.

"Der Zustand der Karten ist sehr gut bis ausgezeichnet. Vielfach sind sie postalisch gelaufen, das heißt auf den Rückseiten finden sich neben Briefmarke und Poststempel auch Absender und Adresse verbunden mit den verschiedenartigsten Grüßen und Wünschen. Wenn man so möchte, das analoge Whatsapp früherer Zeiten", sagt Stadtarchivmitarbeiter Gerd Lamers. Darüber hinaus wurden viele Themen auch mit Dokumenten angereichert (Ansicht einer Fabrik auf einem Rechnungs- oder Briefkopf) oder mit Fotografien.

"Der ideelle Wert der Sammlung ist für das Stadtarchiv überragend. Die Sammlung Purrio war und ist die mit Abstand umfangreichste Sammlung dieser Art im Stadtgebiet. Sie geht damit um ein Vielfaches über das hinaus, was das Stadtarchiv bisher auf diesem Sammelgebiet zu bieten hatte", erklärt Lamers weiter. Die Ansichtskartensammlung stellt in ihrer Vielfältigkeit der Motive, dem Variantenreichtum zu einzelnen Motiven (Abteiberg, Kaiser-Friedrich-Halle, Stadttheater Rheydt, Hauptquartier in Rheindahlen, um nur einige Beispiel zu nennen) eine einzigartigen Kollektion dar, die in Zukunft die verschiedenartigen Fragestellungen an das Stadtarchiv zu beantworten hilft: Motive einer bestimmten Zeit (aktuell 1960er Jahre), Darstellung von Gebäuden unter denkmalpflegerischen Aspekten, Vergleichsaufnahmen zur Vorkriegszeit, Ereignisse von stadtgeschichtlicher Bedeutung (Beispiel: Borussia als Mannschaft oder im Bökelbergstadion).

Es wird allerdings noch geraume Zeit in Anspruch nehmen, bis diese Sammlung erschlossen sein wird und damit für die Benutzung zugänglich ist.