Anna Schiller-Schule: „Mutter der Obdachlosen“ wird Namenspatronin der Katholische Hauptschule Rheindahlen

Die Katholischen Hauptschule Rheindahlen wird ab dem Schuljahr 2018/2019 Anna Schiller-Schule heißen. Dies hat der Schul- und Bildungsausschuss der Stadt Mönchengladbach gestern (27. Februar) einstimmig beschlossen. Er folgt damit dem Wunsch der Eltern, Lehrer und Schüler der Hauptschule. Die Schulkonferenz hatte sich im Dezember für die Namensänderung entschieden.

Die zukünftige Namenspatronin der Katholischen Hauptschule Rheindahlen gilt in Mönchengladbach als „Mutter der Obdachlosen“. Anna Schiller wurde 1890 in Düsseldorf geboren und verstarb 1976 in Mönchengladbach. Sie lebte zeitlebens in Armut und spendete dennoch oft und gerne für Menschen, denen es noch schlechter ging als ihr. Im Alter von 85 Jahren erbte sie von ihrer Schwester ein Haus und eine Eigentumswohnung. Auch den Erlös aus dem Verkauf dieser Erbschaft spendete sie. Von ihrer Spende wurde die „Ökumenische Nichtsesshaften-Hilfe“, das spätere „Anna-Schiller-Haus“ für wohnungslose Männer eingerichtet. Seit 1995 ist der Weg zwischen Gasthausstraße und Neustraße am Abteiberg nach Anna Schiller (Anna-Schiller-Stiege) benannt.

Anna Schiller hatte nach dem Besuch der Volksschule eine Kürschnerlehre begonnen, musste sie aber auf Wunsch der Eltern abbrechen und als Dienstmädchen arbeiten. Von ihrem Lohn spendete sie oft einen Gutteil "für die Armen". Im hohen Alter von 85 Jahren erzählte Anna Schiller eines Tages "lch bin jetzt reich. Habe von meiner Schwester viel geerbt, ein Haus und eine Eigentumswohnung. Ich will davon keinen Pfennig." Das Vermögen spendete sie an der Verein Wolfahrt e.V., der aus dem Verkauf 336.000 DM erzielte. Von diesem Geld wurde die "Ökumenische Nichtseßhaften-Hilfe", das spätere "Anna-Schiller-Haus" für wohnungslose Männer eingerichtet.

Nach ihrem Tod kam heraus, was Anna Schiller besaß. Außer ein paar alten Möbeln, Kleidungsstücken und einer Waschschüssel mit Kanne fand sich in ihrem Zimmer noch ein Pappkarton mit ihrem Gesinde-Dienstbuch, dem Stammbuch ihrer verstorbenen Schwester, ihrem Taufschein, einigen Briefen und Karten sowie 63 Pfennig. Der Pappkarton samt Inhalt ist inzwischen Teil der Schatzkammer des Gladbacher Münsters und wird ebenso ehrfürchtig behandelt wie die anderen Kostbarkeiten aus der 1000jährigen Geschichte der früheren Abtei Gladbach.