Afrikanische Schweinepest (ASP): Jagdbehörde beugt Ausbreitung vor. Schonzeit für Wildschweine im zweiten Lebensjahr ausgesetzt

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Tschechien warnt das NRW-Umweltministerium vor einer Ausbreitung nach Nordrhein-Westfalen. Die Seuche ist für den Menschen ungefährlich, für infizierte Schweine liegt die Sterblichkeitsrate jedoch bei nahezu 100 Prozent. Um das Risiko der Ausbreitung der ASP weiter zu minimieren, ruft das Umweltministerium zur verstärkten Jagd auf Wildschweine auf.

"Wildschweine müssen ganzjährig intensiv bejagt werden. Auch die meist führungslosen jungen Wildschweine, so genannte Überläufer, streifen umher und erhöhen das Ausbreitungsrisiko", betont das Umweltministerium. Neben den Frischlingen müssten auch die so genannten Überläufer (Wildschweine im zweiten Lebensjahr) verstärkt bejagt werden, um die hohen Wildschweinbestände zu reduzieren. Die unteren Jagdbehörden auf kommunaler Ebene werden gebeten, hierzu kurzfristig die Schonzeit für Überläufer bis zum 31. März 2018 aufzuheben.

Dieser Bitte ist das Ordnungsamt der Stadt Mönchengladbach jetzt mit einer Allgemeinverfügung, die die Schonzeit für Überläufer mit sofortiger Wirkung aufhebt, nachgekommen. Die Jagdrevierpächter in Mönchengladbach werden schriftlich über die Maßnahme informiert. Die Regelung ist ab sofort wirksam und gilt für Nicht-Elterntiere ab sofort bis zum 31. März 2018. Im Osten Tschechiens sind mittlerweile mehr als 20 Fälle der Seuche bei Wildschweinen festgestellt worden, das neue Seuchengebiet ist nur noch etwa 300 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Seit einigen Jahren gibt es auf dem Gebiet der EU immer wieder Ausbrüche im Baltikum und im östlichen Polen sowohl bei Wild- als auch bei Hausschweinen.