13 Kitas mit Biss im Rathaus Abtei zu Gast

Erfahrungsaustausch zum Programm gegen frühkindliche Karies

Zum "Tag der Zahngesundheit" hat die Arbeitsgemeinschaft (AG) Jugendzahnpflege Mönchengladbach die Leitungen der ersten 13 Kitas in Mönchengladbach, die dem Präventionsprogramm "Kita mit Biss" beigetreten sind, zu einem Erfahrungsaustausch ins Rathaus Abtei eingeladen. Mit dabei war Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. Reiners dankte den Kitas für ihren Einsatz und versprach, sich weiter auch persönlich für den Erfolg des Ende 2018 gestarteten Projektes. Vom Team des zahnärztlichen Dienstes mit Dr. Michael Weßeler und Andrea Schmidt gab es außerdem als Geschenk für die Kitas Puppen, an denen man das Zähneputzen üben kann.

"Kita mit Biss" ist ein bewährtes Aufklärungs- und Ernährungsprogramm für einen zahnfreundlichen Kita-Alltag. Ziel ist es, die frühkindliche Karies zu reduzieren - besser noch zu vermeiden - und die Mundgesundheit schon im Kindergarten zu fördern. Dafür wurden Handlungsleitlinien entwickelt, die in den beteiligten Einrichtungen umgesetzt und auch mit den Eltern besprochen werden.

Was macht eine Kita mit Biss aus?

Die "Kita mit Biss" ...

  • unterstützt und begleitet die tägliche Zahnpflege mit fluoridhaltiger Zahnpasta und einer dem Alter entsprechenden Zahnbürste. Das richtige und regelmäßige Zähneputzen wird altersgerecht gelernt.
  • verzichtet auf Nuckelflaschen und Trinklerngefäße, sobald die Kinder aus der Tasse trinken können.
  • fördert das Abstellen von Lutschgewohnheiten spätestens zum 3. Geburtstag.
  • bietet ein gesundes Frühstück, vorwiegend kauintensive Obst- und Gemüsezwischenmahlzeiten und ungesüßte Getränke an.
  • gestaltet den Vormittag zuckerfrei. Bei Kindergeburtstagen werden zusätzlich nach der Feier die Zähne geputzt

Die Erzieher*innen einer "Kita mit Biss" bitten die Eltern

  • ab dem 1. Zahn mit der Zahnpflege zu beginnen und fluoridhaltige Kinderzahnpasta zu verwenden
  • die Kinderzähne nachzuputzen, bis das Kind flüssig die Schreibschrift beherrscht
  • so früh wie möglich auf Nuckelflaschen und Trinklerngefäße zu verzichten
  • vor dem Einschlafen nur Wasser oder ungesüßte Tees zu reichen
  • Nuckelflaschen nicht als Einschlafhilfe mit ins Bett zu geben und Dauernuckeln zu vermeiden
  • ihren Kindern ein zahnfreundliches Frühstück mitzugeben
  • bei Fragen zur Zahn- und Mundgesundheit ihrer Kinder die Beratung in der Zahnarztpraxis oder beim Jugendzahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes in Anspruch zu nehmen.

Warum das Projekt?

Die Frühkindliche Karies stellt in Mönchengladbach wie auch in anderen Städten ein großes Problem dar. Während der zahnärztlichen Untersuchungen in den Kindertagesstätten zeigte sich, dass etwa ein Viertel der 4-Jährigen bereits an Karies erkrankt waren. Die Frühkindliche Karies beginnt meist im 2. Lebensjahr als so genannte Nuckelflaschenkaries. Bei etwa 15 Prozent der 3-Jährigen sieht man einen "Offenen Biss", der durch deutlich verlängerte Lutschgewohnheiten entsteht. Aus diesem Grund möchte die AG Jugendzahnpflege das Programm "Kita mit Biss" möglichst flächendeckend in Mönchengladbachs Kitas integrieren.

Welche Kitas machen mit? 
Mit dabei sind bereits folgende Kitas:

  • Kita Friedhofstraße 37 (Haus für Kinder Familienzentrum)
  • Kita Gladbacher Straße (Rheindahlener Regenbogenhaus)
  • Kita Giesenkirchener Straße 245 (Familienzentrum "Zauberland")
  • Kita Blumenbergerstraße (KiTa St. Josef-MG)
  • Kita Am Pixbusch (Am Tiergarten)
  • Kita Kaiserstraße 54 (Familienzentrum St. Albertus)
  • Kita Güdderather Mühlenweg (Mühlenkinder)
  • Kita Mühlenstraße 47 (Familienzentrum Mühlenstraße)
  • Kita In der Schley 31 (Kinderzirkus)
  • Kita Vossenbäumchem 16 (Kindertagesstätte MummKäppchen)
  • die Kita Himmelsschaukel, Bökelstraße 174
  • das Familienzentrum Flohkiste e.V., Carl-Diem-Straße 62
  • die Kita Mittendrin e.V., Dessauer Str. 4

Was ist die AG Jugendzahnpflege?

Die Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Mönchengladbach ist ein Zusammenschluss von Vertretern der Krankenkassen, Zahnärztinnen und Zahnärzten aus freien Praxen und dem Jugendzahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes. 
Seit mehr als 30 Jahren arbeitet die AG mit Kindergärten und Schulen zusammen. Zahnmediziner/-innen und Prophylaxehelfer*innen kommen in die Einrichtungen, führen Untersuchungen durch und klären über die richtige Mundhygiene und zahngesunde Ernährung auf.