100 Jahre Frauenwahlrecht

Besichtigungsfahrt zur Frankfurter Ausstellung „Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht“ und Broschüre zur lokalen Entwicklung von 1919 bis 2019

Am 19.Januar 1919 konnten Frauen erstmals zu den Wahlen der Verfassungsgebenden Nationalversammlung als Kandidatinnen antreten und wählen. 82 Prozent der Frauen nahmen damals ihr Wahlrecht wahr, und der Frauenanteil in der Nationalversammlung betrug 9 Prozent. Am 30. November 1918 wurde nach jahrzehntelangem hartnäckigem Kampf von Frauen gegen enormen Widerstand in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht für Frauen eingeführt. "Diese historischen Daten markieren Meilensteine im Kampf für gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen und gibt uns heute 100 Jahre später Anlass, weiterhin für Frauenrechte und eine gleichberechtigte Gesellschaft zu streiten", betont die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Monika Hensen-Busch.

 Aus diesem Anlass werden seit dem vergangenen Jahr eine Reihe von Projekten und Veranstaltungen angeboten. Passend zum Thema findet am 20. Januar eine Fahrt zur Besichtigung der Ausstellung "Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht" nach Frankfurt statt. Treffpunkt und Abfahrt ist um 10 Uhr auf dem Parkplatz an der Rheydter Straße 328 neben dem DGB-Haus. Um 13.30 Uhr findet die Führung durch die Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt statt. Die Rückfahrt ist für 18.30 Uhr vorgesehen. Eine verbindliche Anmeldung ist bis Freitag, 12 Uhr in der Gleichstellungsstelle per Mail: Gleichstellungsstelle@moenchengladbach.de  oder Telefon: 02161253610 möglich.

Darüber hinaus ist von der Mönchengladbacher Frauengeschichtsgruppe "FrauenVita e.V." gemeinsam mit Frauen der Viersener Geschichtsgruppe "Euregia - Frauenwege zwischen Rhein und Maas", dem Frauengeschichtskreis Dinslaken und "Frauen plus für Monheim" sowie mit Unterstützung der Gleichstellungsstellen der Städte Mönchengladbach und Viersen eine Broschüre "100 Jahre Frauenwahlrecht 1918-2018" mit kommunalem Bezug erstellt worden. Die Broschüre spiegelt den geschichtlichen Kampf der Frauen um Emanzipation in Deutschland und die jeweiligen Entwicklungen in den Kommunen. Abschließend wird die kritische Entwicklung des heutigen Anteils von Frauen in den Parlamenten auf Landes- und Bundesebene sowie in den Kommunen in den Fokus genommen.

Die Mönchengladbacherinnen Jutta Finke-Gödde, Christa Dreßen, Marianne Godoj-Wendler und Anne Häger vom Geschichtsverein FrauenVita e.V. recherchierten dazu im Stadtarchiv, was 1918/1919 in Mönchengladbach und Rheydt "in Sachen Frauenwahlrecht" so zu finden war. Auf 28 Seiten der Broschüre wird der Weg zum Frauenwahlrecht in unserer Stadt in den Blick genommen. Die Berichterstattung in den Medien, das Werben der Parteien um die Frauen, die Macht der Wählerinnen sowie die Wahlergebnisse zur Nationalversammlung sind anschaulich dargestellt. Die ersten Frauen in den Mönchengladbacher Stadtparlamenten waren: Antonie Boetzelen (DVP), Anna Hartges (SPD), Louise Auguste Klingelhöffer (DNVP), Anna Künning (Zentrum), Luise Mund (Zentrum) und Sofia Röllkes (MSPD). Die Broschüre ist über die Gleichstellungsstelle erhältlich.