10 Jahre Comeback – 10 Jahre Erfolg bei schulmüden Jugendlichen

Das erfolgreiche Projekt Comeback richtet sich an Jungen und Mädchen ab Jahrgangsstufe 7, welche die Schule aus verschiedenen Gründen verweigern.

Die Zielgruppe besteht aus Schülerinnen und Schülern, die Probleme haben im normalen Regelschulsystem zurechtzukommen. Die Maßnahme Comeback existiert seit 2007 und beschult seitdem Schüler der Jahrgangsstufe 9. Zunächst konnten etwa maximal rund 15 Jugendliche betreut werden. Seit Beginn des Schuljahres 2013/2014 werden auch Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 unterrichtet und es sind rund 30 Plätze verteilt auf zwei Gruppen vorhanden.  Dabei gibt es jedes Schuljahr auch Wartelisten auf denen meist mindestens 10 Jugendliche stehen.

Da sie bisher meist jeden Kontakt zum System Schule und allem, was damit verbunden ist meiden, ist es wichtig, dass es ein „Comeback“ in einem neuen Umfeld gibt. Deswegen stellt die Stadt auch ein eigenes Gebäude für diese Maßnahme zur Verfügung, das Gebäude des ehemaligen Jugendheims Brückenstraße. In diesem neuen und geschützten Umfeld können die Jugendlichen neues Vertrauen in Lehrkräfte und in das eigene Leistungsvermögen fassen. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Jugendlichen bereit sind die Spielregeln der Maßnahme zu akzeptieren und dass sie ihre Chance auf einen Wiedereinstieg ins normale Schulsystem nutzen möchten.

 

Trotz Schulpflicht und aller ordnungsrechtlicher Maßnahmen – vom Bußgeld bis zur zwangsweisen Vorführung durch Polizei und Ordnungsamt – haben die Jugendlichen meist kaum oder gar nicht den Unterricht besucht. Hundert unentschuldigte Fehlstunden und mehr sind bei ihnen die Regel gewesen.  Beim Projekt Comeback, bei dem Schulaufsicht, Jugendamt und die Gemeinschaftshauptschule Dohr zusammenarbeiten, erfahren die Jugendlichen, dass Lernen Spaß machen und sich lohnen kann.

 

Seit Beginn des Programms im Schuljahr 2007/2008 haben rund 190 Jugendliche erfolgreich daran teilgenommen. Achtzig der Jugendlichen haben am Ende sogar einen Schulabschluss gemacht, einige sogar das Abitur. Bei den Feierlichkeiten zu „10 Jahre Comeback“ wurde dabei auch deutlich, dass unter diesen Jugendlichen Schülerinnen und Schüler aller Schulformen dabei sind. Dabei sind die Gründe, warum sie aus dem System Schule fallen, auch vielfältig.

 

Deswegen geht es in dem Programm auch erst einmal darum, dass die Schüler ihre Schlüsselqualifikationen verbessern und ihre eigenen Kompetenzen gestärkt werden. Dazu gehört es, die Jugendlichen zu motivieren, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten, sie durch individuelle Betreuung psychisch zu stabilisieren und ihnen Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Ordnung zu vermitteln. Wichtig ist es aber auch, dass sie im Team arbeiten, Lösungsstrategien bei Konflikten entwickeln können und neben dem schulischen Wissen auch sportliche Aktivitäten angeboten bekommen.

 

Betreut werden die Jugendlichen täglich von 8 bis 13.30 Uhr durch Schulsozialarbeiter Markus Lamberti, der Lehrerinnen Betina Witt, Barbara Gerlach und Sabine Rinkens.  Alle vier sind an der Gemeinschaftshauptschule Dohr beschäftigt, die sich von Beginn an als Partnerschule für das Projekt zur Verfügung gestellt hat.

Die Jugendlichen sind  auch offiziell Schüler der Schule und halten sich die Chance offen, nach ihrer Teilnahme an „Comeback“ einen Hauptschulabschluss zu machen.

 

Zum Jubiläum „10 Jahre Comeback“  würdigte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer in ihrem Grußwort die Arbeit des Teams: „Hier wird hervorragende Arbeit geleistet und dahinter stehen Menschen, die dafür viel Engagement und Herzblut geben. Doch selbst, wenn nicht immer alles reibungslos  und erfolgreich abläuft, jedes Kind, jeder Jugendliche dem hier ein Chance gegeben wird, ist es wert.“

 

Auch der Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport Dr. Gert Fischer, der auch in Vertretung von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners der Feier beiwohnte, dankte dem gesamten Team und allen, die das Projekt unterstützen: „Comeback setzt da an, wo das System Schule keine Chance mehr sieht, den Jugendlichen zurückzugewinnen. Und auch, wenn so nicht alle aufgefangen werden können, sind wir sehr stolz, dass es so ein ungewöhnliches Modell in Mönchengladbach gibt. Und ich bin sicher, dass es noch lange laufen wird.“

Beigeordneter Dr. Gert Fischer bei 10 Jahre Comeback