Push-Nachrichten von http://moenchengladbach.de mit iOS empfangen

iOS-Endgeräte können aufgrund von Software-Restriktionen keine Push-Nachrichten aus Web-Apps empfangen. Daher stellen wir unsere Nachrichten auch über den Dienst PPush zur Verfügung, für den Sie eine native App aus dem Apple-App-Store laden können. Folgen Sie dort dem Kanal "moenchengladbach.de".

InfoseiteNicht mehr anzeigen

Readspeaker

Vorlesen

Zukunftsorientierte Mobilität schaffen

Situationsanalyse

Mönchengladbach ist eine durch Autoverkehr geprägte Stadt. Im Vergleich zu anderen Städten hat sie einen relativ geringen Anteil von Nutzer*innen, die alternative Verkehrsmittel zum Auto nutzen (Fuß- und Radverkehr; siehe Modal-Split 2010/ Wert 2019 liegt vor, noch nicht veröffentlicht). Diese nicht mehr zeitgemäße Entwicklung wurde erkannt und es wird seit 2016 kontinuierlich gegengesteuert. Mit dem Mobilitätsplan wurden 2018 Leitlinien für eine nachhaltige Mobilität erarbeitet und politisch beschlossen. In Mönchengladbach hat in den vergangenen Jahren ein Umdenken in der Mobilitätsfrage stattgefunden, entsprechend sind in den zurückliegenden fünf Jahren viele Maßnahmen angestoßen worden, die in anderen teilweise Städten schon umgesetzt sind. 

Die Grundlagen für eine nachhaltige Mobilität sind in der Verwaltung in Form von Konzepten, ersten Umsetzungen sowie weiteren Planungen gelegt. Ausgehend von diesen Konzepten wurden Maßnahmen umgesetzt, um zum einen den Modal Split der Stadt zu verändern, zum anderen eine nachhaltige Mobilität zu fördern und letztendlich auch Emissionen hinsichtlich Feinstaub, CO2 und Lärm zu reduzieren. Der Verkehrssektor ist neben den privaten Haushalten größter Emittent von CO2 und anderen Schadstoffen, was diesen Bereich auch für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Stadt relevant macht. In den vergangenen Jahren wurde die Förderung einer nachhaltigen Mobilität erklärtes Ziel der Stadt Mönchengladbach und bereits trotz schlechter Voraussetzungen sowie unterschiedlichen Herausforderungen aktiv gelebt.

Das im Rahmen des Nahverkehrsplans beschlossene Linienkonzept ist seit Dezember 2019 betrieblich umgesetzt, die bauliche Umsetzung der bislang provisorischen Haltestellen wird sukzessive abgearbeitet (politische Beschlüsse, Förderanträge, Fahrgasterhebungen mit Unterstützung der NEW mittels zukünftiger Zählbusse – jedoch unter Berücksichtigung der noch anhaltenden Auswirkungen der Corona Pandemie, welche das Verkehrsverhalten stark beeinflussen). Im Nahverkehrsplan wurden die Qualitäten des ÖPNV festgeschrieben, das Linienkonzept überarbeitet und Takte sowie Linien ausgeweitet.

Bei der Nutzung des ÖPNV liegt MG im Durchschnitt (Nutzung laut letztem verfügbaren Modal-Split). Jedoch sind die Nutzer*innen Zahlen des Busverkehrs in den Jahren 2010 bis 2019 kontinuierlich gesunken trotz einer Ausweitung der Linien und der Taktung. Dies bedarf einer weiteren Analyse und Verifizierung, da diese Daten auf unterschiedlichen Stichprobengrößen basieren und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse in Frage gestellt werden muss. Dennoch sollte dringend der Frage nachgegangen werden, wie die Attraktivität des ÖPNV im Bereich Bus gesteigert werden kann.

Das Haltestellenumbauprogramm zur Herstellung der Barrierefreiheit befindet sich in der Umsetzung; die bauliche Umsetzung bereits bewilligter Förderprogramme wird derzeit prioritär verfolgt. Die Prioritäten für die weitere Umsetzung der Barrierefreiheit sind bereits mit der Inklusionsbeauftragten und verschiedenen Behindertenverbänden abgestimmt. Für den Umbau wurden mit diesen Akteuren einheitliche Standards zur Beschleunigung der Umsetzung erarbeitet.

Die Fahrrad- und Fußgängerinfrastruktur in der Stadt Mönchengladbach ist ausbaufähig und weist Mängel auf.

Radinfrastruktur: Der Masterplan Nahmobilität dient als Grundlage für die Planung und Umsetzung von Maßnahmen, die in den letzten Jahren bereits erfolgt sind. Aufgrund der Gesamtlänge der Strecken und dem veralteten Bestand wird ein gesamtstädtischer Umbau der Infrastruktur noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Da die Verkehrsplanung in der Stadt Mönchengladbach in der Vergangenheit über Jahrzehnte in erster Linie auf die Optimierung des MIV zielte und die Verkehrsmittel der Nahmobilität vernachlässigte, wird in der Stadt Mönchengladbach eine längere Zeitspanne benötigt, um denselben Stand, wie in vergleichbaren Städten zu erreichen, die bereits seit Jahrzehnten den Radverkehr durch den Ausbau von Radverkehrsanlagen fördern. Hinzu kommt weiterhin, dass in der Vergangenheit aufgrund der prekären Finanzlage der Stadt weder die finanziellen Mittel noch die personellen Ressourcen zur Verfügung standen, um die Defizite bei den Radverkehrsanlagen zu beseitigen.

Beim ADFC Fahrradklimatest ist die Stadt trotz Bemühungen zum dritten Mal in Folge auf dem letzten bzw. vorletzten Platz in der Kategorie Städte über 200.000 EW gelandet, hat jedoch die Gesamtnote um 0,1 verbessert. Auf der für den Masterplan Nahmobilität (MPNM) abgefahrenen Strecke von 420 km Radanlage waren 2016 rund 240 km der Strecke mit Mängeln behaftet (S. 188 MPNM).

Neben dem Zustand der Radwege hat der Masterplan auch weitere Defizite benannt. Der Ausbau von Fahrradabstellanalagen wird stetig vorangetrieben (Fokus aktuell auf Schulen sowie öffentlichen Einrichtungen). Mit der Radstation Mönchengladbach wurde für Pendler eine sichere Lösung inkl. Serviceleistungen gebaut. Die Radstation Rheydt wird stark nachgefragt, ist aufgrund der hohen Nachfrage deutlich zu klein. Pläne zur Erweiterung sind aktuell in Arbeit.  

Eine Vielzahl an Einbahnstraßen wurde für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben und somit den rechtlichen Vorgaben gefolgt. Hier ist die Stadt Mönchengladbach weiter als vergleichbare Städte.

Das Gesamtregionale Radkonzept für das Rheinische Revier ist derzeit im Rahmen des Strukturwandels in Arbeit; regionale Radschnellverbindungen (Krefeld-Willich-Mönchengladbach und Mönchengladbach-Nordpark-Rheindahlen-Wegberg-Roermond) sind bereits in der Planung, um so Pendlern ein Angebot zu bieten.

Von Seiten der AGFS wird der Fortschritt der Stadt als sehr gut bewertet und daher wurde der Mitgliedschaft 2020 zugestimmt. Eine Rezertifizierung erfolgt nach sieben Jahren.  

Oft in der Wahrnehmung kaum ausgeprägt, bildet der Fußverkehr jedoch die Basismobilität eines jeden Weges und ist daher eine wesentliche Mobilitätsform, die gleichberechtigt mit dem Radverkehr als Teil der Nahmobilität zu verstehen ist. Dem Masterplan Nahmobilität folgend orientiert sich die Fußverkehrsförderung an folgenden Grundsätzen: Raum geben, Sicherheit schaffen, Komfort bieten / Anreize geben, Stadtraumqualität steigern und Barrieren abbauen. Im Zusammenwirken übergeordneter Stadtentwicklungsmaßnahmen wurden in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die auch zu einer Attraktivierung der Innenstädte führten.

Durch die Straßenbaudetails wurden daher Standards mit den Interessensverbänden abgestimmt, um eine beschleunigte und insbesondere barrierefreie Umsetzung zu ermöglichen. Eine Vielzahl von Querungsstellen wurde in den letzten Jahren geschaffen, um sicheres Queren aber auch kurze Wege zu ermöglichen.

Zusätzlich gilt es die Aufenthaltsqualität zu stärken, um attraktive Wege und Räume zu schaffen, die zur Bewegung einladen. Dies wird konsequent bei der Umgestaltung der Zentren, Plätze und Straßenräume verfolgt. Ansätze der besitzbaren und bespielbaren Stadt werden verfolgt, bewegungsfördernde Infrastrukturen geschaffen und Maßnahmen zur Verkehrssicherheit sowie -beruhigung getroffen.

Mönchengladbach weist mit einer Dichte von 525 Pkw /1.000 EW und rd. 137.000 zugelassenen Pkw im Jahr 2019 überdurchschnittliche Werte im Vergleich zu den Städten im Vergleichsranking auf. Dies ist teilweise auf die gewachsene Struktur Mönchengladbachs mit den zwei Hauptzentren Rheydt und Gladbach sowie dem hohen Anteil an ländlich geprägten Raum zurückzuführen und stellt eine besondere Herausforderung in Mönchengladbach dar. Es muss darauf hingewiesen werden, dass der relative Anstieg in den letzten Jahren in Mönchengladbach ebenfalls überdurchschnittlich ausfiel. Dies weist darauf hin, dass die Anbindung der Honschaften und einzelnen Ortsteile eine zentrale Aufgabe für die Zukunft ist. Im Rahmen von Smart City werden hierzu erste Ansätze im Bereich des On Demand Verkehrs entwickelt.

Konzepte zur Alternative von MIV werden konsequent weiterverfolgt und attraktive Punkte der Intermodalität geschaffen. 

E-Mobilität: Bezogen auf E-Mobilität liegt die Stadt unter dem NRW-Durchschnitt und hat wenige Autos mit alternativen Antrieben angemeldet. Gemeinsam mit der NEW wurden 2018 über 30 Ladepunkte errichtet In den Innenstädten ist die Versorgung mit E-Ladeinfrastruktur für Autos aktuell noch gewährleistet. Insbesondere urbane Gebiete mit einer dichten Bebauung ohne eigene Stellplätze stellen hinsichtlich der Versorgung mit Ladepunkten eine wesentliche Herausforderung dar. Gespräche und Standortfindung zum Schnellladen werden durch die WFMG sowie die Stadt vorangetrieben.

Parken: In den Innenstädten sind ausreichend freie Kapazitäten vorhanden. In einzelnen Quartieren besteht Parkdruck. Durch Anwohnerparken werden bislang solche Situationen entschärft. Des Weiteren unterstützt die Mobilitätssatzung der Stadt bei Neubauten und Nutzungsänderungen das Ziel, Parkraum sinnvoll zu bemessen und ggf. in Abhängigkeit anderer Maßnahmen und Angebote zu reduzieren.

E-Scooter sind mit vergleichsweise geringen, aber steigenden Nutzungsquoten noch nicht in den Datenerhebungen etabliert (in Planung, was vom Datenzugang durch die Anbieter abhängig ist). Falsch geparkte E-Scooter sind ein Problem im Stadtbild bzw. für andere Verkehrsteilnehmer*innen. Eine Selbstverpflichtungserklärung zur Festlegung von Kriterien für die Anbieter ist in Arbeit und wurde mit den Interessensverbänden abgestimmt.

Car-Sharing: Beim Car-Sharing liegt die Stadt bei den Fahrzeugen pro 100.000 EW auf dem vorletzten Platz der Vergleichsstädte des Monitoringberichts (2019). Das System Whessy der NEW ist aktuell ausgesetzt. Das System SHAREuregio befindet sich erst noch in der Umsetzung.

Es gibt mit dem nextbike-Angebot ein Leihradsystem in der Stadt, dessen Auslastung steigt (nextbike) (unter anderem wurde eine Kooperation mit der Asta abgeschlossen, um weitere Ausleihen zu generieren). Weitere Leihfahrräder, auch Pedelecs sowie Lastenräder, stehen an den Radstationen zur Ausleihe bereit. Das System soll verstetigt werden.

Mönchengladbach ist eine Stadt mit hohen Pendlerraten, die es gilt, attraktiv zu lenken: Die Stadt hat täglich rund 50.000 Auspendler*innen und rund 55.000 Einpendler*innen. Hieraus ergeben sich Pendlerverflechtungen, denen durch geeignete Infrastrukturangebote, Verkehrslenkung und alternative Mobilitätsangebote Rechnung getragen werden muss. Hier ist insbesondere die Situation auf den umliegenden Autobahnen in den Hauptzeiten kritisch.

Auf die Verkehrsabwicklung auf den Autobahnen hat die Stadt keine direkten Einflussmöglichkeiten. Sowohl die A 52 als auch die A 61 sind mit dem 6-spurigen Ausbau im Bundesverkehrswegeplan vertreten, allerdings mit unterschiedlichen Prioritäten. Auf Grund einer Vielzahl von kostspieligen und auch personalintensiven infrastrukturellen Planungsaufgaben (bspw. zahlreiche marode Autobahnbrücken) für den Bund ist kurzfristig nicht mit dem Autobahnausbau zu rechnen. 

Bezogen auf den regionalen ÖPNV sollte die Kapazitäts- und Komfortsituation untersucht werden. Hierzu wird derzeit ein Bahnentwicklungskonzept erarbeitet. In diesem Zusammenhang werden u.a. Kapazitätserhöhungen auf bestehenden Strecken (3- bzw. 4-gleisiger Ausbau zwischen MG Hbf und RY Hbf, 2. Gleis zwischen RY und RY-Odenkirchen), neue Haltepunkte im Stadtgebiet sowie Stärkungen des Liniennetzes durch schnellere Verbindungen und Taktverdichtung beleuchtet.

Mit dem Vorrangstraßennetz und darauf aufbauend dem Klassifizierungskonzept sowie Stadtgeschwindigkeitskonzept werden die Vorrangstraßen des motorisierten Individualverkehrs (MIV) festgelegt und sind auf das LKW-Routenkonzept abgestimmt. Hier soll der MIV zentral abgewickelt werden, währenddessen Quartiere u. a. in Form von Tempo-30 Zonen verkehrsberuhigt werden. Es ist in hierbei wichtig, dass Verkehre sich nicht von der Autobahn in die Stadt verlagern. Es gilt, sowohl den Pkw- als auch den Lkw-Verkehr möglichst lange auf der Autobahn zu führen. Durch Beschilderung wird dies gestützt. Unterstützt werden die Vorrangrouten durch eine angepasste Ampelschaltung. Aufgrund dessen werden Stauungen vermieden.

Bislang liegt kein Umsetzungsstand der einzelnen Konzepte in Form einer öffentlichen Dokumentation und einem umfassenden Dokument vor. Der Umsetzungsgrad der verschiedenen Maßnahmen ist daher für Politik und Öffentlichkeit unklar.

Beschreibung des Handlungsfelds

Mönchengladbach hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 den Anteil an alternativen Verkehrsmitteln (Fuß, Rad, ÖPNV) am Modal-Split von 39 Prozent auf 50 Prozent zu erhöhen (Ziel aus Masterplan Nahmobilität); insbesondere die Bereiche Fuß- und Radverkehr müssen zur Erreichung dieses Ziels dringend verbessert werden. Eine Verbesserung des Modal-Splits würde zudem allen Verkehrsteilnehmenden zugutekommen, da es die Verkehrslast besser auf die unterschiedlichen Infrastrukturen verteilen würde. Mit dem Masterplan Nahmobilität wurden die strategische Ausrichtung zum Rad- und Fußverkehr festgelegt sowie Handlungsfelder identifiziert, die seit dem Beschluss 2017 sukzessive durch Einzelmaßnahmen vorangetrieben werden. Zur Förderung der Elektromobilität wurde der Green City Masterplan Elektromobilität ausgearbeitet und diente erster Absprachen zwischen der NEW AG und der Stadt.

Wir streben eine Veränderung des Modal-Split durch Verringerung des MIV zugunsten des Umweltverbundes an, eine Erhöhung der Verkehrssicherheit (Vision Zero) sowie eine Verbesserung der verkehrsbedingten Umweltwirkungen.

Ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept Stadtverkehr muss erarbeitet werden. Mit dem Vorrangstraßennetz und darauf aufbauend dem Klassifizierungskonzept sowie Stadtgeschwindigkeitskonzept werden die Vorrangstraßen des motorisierten Individualverkehrs (MIV) festgelegt und sind auf das Lkw-Routenkonzept abgestimmt. Hier soll der MIV zentral abgewickelt werden, währenddessen Quartiere u. a. in Form von Tempo-30 Zonen verkehrsberuhigt werden. Es ist hierbei wichtig, dass Verkehre sich nicht von der Autobahn in die Stadt verlagern. Es gilt, sowohl den Pkw- als auch den Lkw-Verkehr möglichst lange auf der Autobahn zu führen. Weiterhin sind die Anbindung der einzelnen Stadtteile, die Mobilität in den Stadtteilen sowie die Anbindung an die Zentren Rheydt und Gladbach insbesondere mit alternativen Verkehrsmitteln weiter zu stärken. Im Zusammenhang mit der Zentrenstrategie ist die Frage der Mobilität in den Innenstädten zu klären. Eine gute Anbindung muss gewährleistet sein. Der Busverkehr hat eine Verbindungsfunktion, der Radverkehr soll in zentralen Achsen geführt werden. Wege sind kurz und attraktiv zu gestalten. Ferner soll die Innenstadt mit dem MIV erreichbar bleiben, jedoch mehr Bereiche autoarm gestaltet werden. Parkhäuser bleiben erreichbar.

Die Nutzung des ÖPNV soll nicht weiter zurückgehen. Die Gründe für die rückläufige Nutzung des Bussystems sind von der NEW in einer Nutzer*innen Befragung zu eruieren. Die Stadt als Aufgabenträger soll hier gemeinsam mit der NEW ein Konzept entwickeln, eine aktive Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um Verbesserungen aktiv zu bewerben. Weiterhin sollte die NEW sich an Sharing-Möglichkeiten, wie etwa dem Fahrradverleihsystem nextbike beteiligen, um hier eine bessere Verknüpfung zwischen ÖPNV und Individualverkehr zu erzielen. Buchungsmöglichkeiten und Tarife sollen transparent dargestellt werden. Angebote u. a. für Unternehmen sollen aktiv kommuniziert werden. Auf der Hindenburgstraße soll zukünftig kein Bus mehr fahren, hier gilt es smarte Lösungen zusammen mit Partnern aus Technik und Wissenschaft zu entwickeln. Im Rahmen der Smart City Entwicklung werden hier starke Verknüpfungen gesehen. Die Barrierefreiheit der Haltestellen im Stadtgebiet muss sich weiter verbessern. Die Stärkung des überregionalen ÖPNV-Netzes im rheinischen Revier soll geprüft und optimiert werden.

Um die Nahmobilität der Einwohner*innen weiter zu verbessern, muss insbesondere die Fußwege- und Radverkehrsinfrastruktur komplettiert werden. Dazu soll eine beschleunigte Umsetzung des Masterplans Nahmobilität (MPNM) in den Fokus genommen werden, um eine Infrastruktur zu schaffen, die eine stärkere Nutzung des Fahrrads und den Fußverkehr für die Einwohner*innen attraktiver und sicherer macht. Wir wollen die Nahmobilität verbessern und Fußwege- und Radverkehrsinfrastruktur sanieren, komplettieren und ausbauen sowie ggf. neu anlegen.

Radverkehr: Wenn Fahrradfahren in Mönchengladbach zu einer echten Mobilitätsalternative werden soll, muss das im Masterplan Nahmobilität geplante Alltagsnetz für den Radverkehr zügig umgesetzt werden, die im MPNM genannten 

Schwachstellen und Problemzonen sollten vorrangig angegangen werden. Radwege müssen unterbrechungsfrei und - wo möglich - baulich vom Fuß- und Pkw-Verkehr getrennt sein. Freie Rechtsabbiegerspuren sind weiterhin weitestgehend zurückzubauen. Radverkehrsanlagen sollen über Kreuzungen und Kreisverkehre gut sichtbar fortgesetzt werden. Umbaupriorität haben Kreuzungen mit besonderer Bedeutung im Radwegenetz, hohem Verkehrsaufkommen oder Gefährdungspotenzial sowie Routen entlang des Vorrangstraßennetzes. Zudem soll das Radwegenetz so ausgebaut werden, dass, wo dies möglich ist, auch Radverbindungen entstehen, um eine deutliche Qualitätsverbesserung der Verbindungen zu erzielen. Das Serviceangebot für Radfahrer*innen soll weiter verbessert werden. Hindernisse für den Radverkehr sollen weiter abgebaut werden.

Wahrnehmung: Es sollen weitere Wege der Kommunikation entwickelt werden, um die Trendwende bei der Mobilität in der Stadt auch bei den Einwohner*innen zu verankern.  Hier sollen auch zivilgesellschaftliche Gruppen wie der ADFC oder der VCD eingebunden werden. Hier gilt es Prozesse zu vertiefen und zu organisieren. Planungen für den Radverkehr werden gesondert dem ADFC zur Stellungnahme vorgelegt. Planungen der Nahmobilität in der AG Nahmobilität vorgestellt. Die Stadt ist auf dem Weg zu einer fuß- und fahrradfreundlicheren Stadt, dies soll klarer kommuniziert werden.

Fußverkehr: Bei allen Planungen wird Fußverkehr mitgedacht und dessen Belange berücksichtigt. Die Schaffung von Barrierefreiheit, aber auch Aufenthaltsqualität steht hier im Fokus. Unfallhäufungsstellen werden konsequent entschärft. Es ist ausreichend Raum für den Fußgänger einzuplanen, der nicht in Konkurrenz mit dem Radverkehr steht. Die Ziele und Maßgaben des Masterplans Nahmobilität werden für den Fußverkehr weiterhin konsequent verfolgt und sollen in allen Quartieren der Stadt sukzessiv und bei jeder Planung umgesetzt werden.

Die Anwendung von alternativen Antrieben beim MIV soll entsprechend des technischen Fortschritts und der rechtlichen Rahmenbedingungen in den Fokus genommen werden. In der Stadtgesellschaft muss dafür geworben werden, den Ausbau von Ladeinfrastruktur weiter voranzutreiben. Bereits eingerichtete Tempo-30-Zonen sollen konsequenter so umgebaut werden, dass die Geschwindigkeit auch eingehalten wird. Zudem werden weitere Tempo-30-Zonen ausgewiesen.  

Parken: Alternative Konzepte wie Quartiersgaragen sollen weiter ausgebaut werden. Hierdurch soll zukünftig der öffentliche Raum anders gestaltet werden, um so Platz für Qualität u. a. durch Grün in der Stadt zu schaffen. Dies trägt auch den Anforderungen des Klimaschutzes Rechnung. In neuen Quartieren muss dies mit eingeplant werden. Parkraumangebote für den MIV dürfen nicht zu Lasten anderer Mobilitätsformen gehen.

Ziel im Bereich „sonstige Mobilitätsformen“ soll es sein, nicht-städtische Anbieter von Mobilitätsangeboten, weiter stärker einzubinden bzw. Kooperationen zu fördern und ein Netzwerk aufzubauen, insbesondere um innovative Mobilitäts-Projekte in Mönchengladbach voranzutreiben (siehe auch NEW Attraktivität ÖPNV).

Regional und überregional muss sich die Erreichbarkeit von Mönchengladbach verbessern. Projekte wie die Westverlängerung der S28 oder die Verlängerung der S8 sollten daher auch unter dem Aspekt der Entlastung der umliegenden Autobahnen gesehen werden, was mittelbar auch die Situation der Pendler*innen aus Mönchengladbach verbessert; so nutzt die Steigerung der Attraktivität der alternativen Mobilitätsformen am Ende allen Verkehrsteilnehmenden – auch denen, die auf das Auto angewiesen sind. Wir wollen auch bei regionalen Verbindungen gute Alternativen zum MIV (Motorisierten Individualverkehr) schaffen.

Entsprechend sollen Projekte dieser Art verfolgt werden: Zügige Planung und Realisierung der Westverlängerung der Regiobahn (S28) durch die Reaktivierung der Bahnstrecke von Bf Kaarster See bis Viersen Bf auf der vorhandenen Trasse; Verlängerung der Linie S8 mit Haltepunkt an der Hochschule Niederrhein; Beschleunigung der Linie RE8 zwischen Köln und Mönchengladbach; Beibehaltung der Linie RE 13 (Venlo-Viersen-Mönchengladbach-Düsseldorf-Wuppertal-Hamm) ohne Kürzungen des Angebots (Taktung und Haltepunkte). Es ist zudem zu prüfen, wie der Bf Lürrip im VRR-Gebiet auf die Preis-Stufe B zu bringen ist, damit Pendlerströme nach Düsseldorf dort komfortabler angebunden werden können. Zudem sollte der Bf Lürrip dringend behindertengerecht ausgebaut und die Attraktivität verbessert werden.

Fernverkehr: Zudem sollte im Zusammenspiel mit den Bundestagsabgeordneten noch stärker darauf hingewiesen werden, wie bedeutend die Anbindung des überregionalen Fernverkehrs für die Erhaltung / Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutschland ist und dass hier auch die Region im Strukturwandel auf eine gute Anbindung dieser Art angewiesen ist.

Bezogen auf den Schwerpunkt Umsetzung Masterplan Nahmobilität soll eine Dokumentation des Umsetzungsgrades eingeführt werden (Beschluss BV 0811/X). 

Strategische Ziele

Aus der Beschreibung des Handlungsfelds werden die nachfolgenden Ziele abgeleitet. Im nächsten Schritt werden diese Ziele mit operativ, handlungsleitenden Zielen und messbaren Kennzahlen hinterlegt. Sie werden mit bestehenden Maßnahmen verbunden bzw. neue Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele mit den relevanten Fachbereichen bzw. städtischen Beteiligungen vereinbart. 

Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs soll entsprechend den Zielen des Mobilitätsplans reduziert werden. Der nicht zu reduzierende Individualverkehr findet überwiegend mit emissionsarmen und elektromobilen Fahrzeugen (z.B. E-Roller, E-Bike, E-Pkw) statt. Die erforderliche Infrastruktur für Elektromobilität ist gut ausgebaut.


Unser Ziel ist eine gut ausgebaute Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer, so dass sie sich gesund, sicher und bequem fortbewegen können. Das Radwegenetz soll so ausgebaut werden, dass auch Radverbindungen entstehen, mit denen eine deutliche Qualitätsverbesserung der Verbindungen erzielt wird.


Beim Stadtverkehr wollen wir die Anbindung der einzelnen Stadtteile, die Mobilität in den Stadtteilen sowie die Anbindung an die Zentren Rheydt und Gladbach insbesondere mit alternativen Verkehrsmitteln weiter stärken. Wir wollen verkehrsberuhigte Quartiere u. a. in Form von Tempo-30-Zonen und Quartiersgaragen. Dabei soll der öffentliche Raum neu aufgeteilt und mehr öffentliches Grün geschaffen werden, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern.


Wir wollen eine Stabilisierung der ÖPNV-Nutzung erreichen. Unser Ziel ist eine bessere Verknüpfung von Individualverkehr und ÖPNV-Serviceangeboten. Hierfür kann zukünftig ein großer Teil der Wege mit vernetzten, gut kombinierbaren Mobilitätsangeboten des Umweltverbundes, zurückgelegt werden (zu Fuß, mit dem Fahrrad, ÖPNV, CarSharing, Mitfahr- und Pendlerservice).


Wir wollen eine Verbesserung bei der Umsetzung der Barrierefreiheit der Haltestellen im Stadtgebiet. Wir wollen beim ÖPNV regional und überregional die Erreichbarkeit von Mönchengladbach verbessern. Die Stärkung des überregionalen ÖPNV-Netzes im rheinischen Revier soll geprüft werden.


Wir wirken auf die Entscheidungsträger ein für eine bessere Anbindung des überregionalen Fernverkehrs.


Wir sensibilisieren die Öffentlichkeit für alternative Mobilitätsangebote und werben für einen Umstieg vom MIV auf andere Mobilitätsformen.


Es werden weitere Tempo-30-Zonen ausgewiesen.

Gemeinsam Mönchengladbach gestalten

Die städtische Gesamtstrategie ist aus Analysen und Diskussionen innerhalb der Stadtverwaltung entstanden. Mit der Vorstellung in der Ratssitzung im Oktober stellen wir den Aufbau der Strategie und die Analysen und Beschreibungen der Handlungsfelder hier vor, um einen Dialogprozess mit der Politik und der Stadtgesellschaft zu starten. 

Beteiligen Sie sich jetzt!