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Nachhaltigkeit, Umwelt & Klimaschutz bei Stadtentwicklung & kommunalem Handeln priorisieren

Situationsanalyse

Bei der nachhaltigen Entwicklung der Stadt ist zu beachten, dass die verschiedenen Umweltschutzgüter Boden, Wasser, Landschaft, Natur, Arten, Luft, Klima zwar einzeln betrachtet werden müssen, jedoch in Wechselwirkung miteinander stehen. Schutzmaßnahmen betreffen damit nicht nur ein Schutzgut, sondern stets mehrere. Dabei stehen die Schutzgüter und ihre ressourcenschonende Nutzung oftmals nicht im Gleichgewicht.

Insbesondere im Süden der Stadt befinden sich wertvollste und fruchtbarste Böden auf Löss, die Grundlage der menschlichen Ernährung sind. Das Schutzgut Boden wird durch Flächenverbrauch und Bodenverunreinigungen beeinträchtigt. Im Stadtgebiet sind über 3.000 Altlasten bekannt, mit denen die Stadt je nach den von Ihnen ausgehenden Gefährdungen umgehen muss.

Frei- und Grünflächen: Die Stadt verfügt mit ca. 8.500 ha (1 ha = 10.000 qm) Anteil an der Gesamtfläche über einen hohen Anteil an wertvollen Freiflächen (Acker-, Wald- und Wasserflächen), der jedoch in den vergangenen 20 Jahren durch die Inanspruchnahme von Flächen für Wohnen, Straßenbau und Gewerbe abgenommen hat (2014 bis 2018: Rückgang um 88 ha, was ca. 124 Fußballfeldern entspricht). Insgesamt beträgt der Anteil privater und öffentlicher Grünflächen im Innen- und Außenbereich etwa 74 Prozent der Stadtfläche. Durch konsequente Entwicklung der Landschaft gibt es im Vergleich zu 1995 mehr Landschafts- und Naturschutzgebiete.

Der Artenrückgang ist auch in Mönchengladbach erheblich; beispielhaft hierfür stehen die Arten der offenen Feldflur. Gleichzeitig kehren Arten zurück oder siedeln sich neu an.

Grundwasser und Oberflächenwasser: Das Schutzgut Wasser ist im Boden/Untergrund und in den Oberflächengewässern durch Wasserverbrauch und Wasserverschmutzung beeinträchtigt. Mönchengladbach besitzt eine eigenständige, grundwassergespeiste Trink- und Brauchwasserversorgung, und ist demnach grundsätzlich nicht abhängig von einer externen Zulieferung Dritter. Durch die Grundwasserabsenkungen des Braunkohlentagebaus Garzweiler findet jedoch seit vielen Jahren und für viele kommende Jahrzehnte ein massiver Eingriff in Form des Grundwasserentzugs aus dem Stadtgebiet statt. Die wasserwirtschaftlichen Folgen hinsichtlich Wassermenge und
-güte werden voraussichtlich bis weit ins nächste Jahrhundert fortwirken, demnach müssen die entsprechenden Gegenmaßnahmen zwingend langfristig weitergeführt werden. Auch durch Havarien und Schadensfälle mit wassergefährdenden Stoffen, z.B. bei Verkehrsunfällen oder in Gewerbebetrieben sowie durch nicht sanierte Grundwasserschäden (Altlasten) ergibt sich ein fortwährendes Bedrohungspotenzial für die Ressource Wasser.

Der Klimawandel wird die Abhängigkeit der Stadt von einer gesicherten Wasserversorgung in Menge und Qualität absehbar verstärken, dies wird durch die Tagebaueinflüsse zusätzlich verschärft. Durch Versorgungsverbünde drohen Mönchengladbacher Grundwasserressourcen zur Deckung bergbaubedingter Versorgungsengpässe außerhalb des Stadtgebietes herangezogen zu werden.

Stadtklima: Die aktualisierte Stadtklimaanalyse von 2019 attestierte der Stadt gerade in den Innenbereichen im Hinblick auf die menschliche Gesundheit thermische Belastungssituationen. Zudem nehmen als Folge des Klimawandels und der städtischen Wärmeinsel auch die Starkregenereignisse zu, die aufgrund des Versiegelungsgrades zu Schäden führen können. Eine Analyse des Landes besagt, dass rund 57 % der Bevölkerung der Stadt in ungünstigen thermischen Situationen leben – angesichts der Sommer 2018, 2019 und 2020, die überdurchschnittlich heiß waren, ist dies ein Faktor, der nicht nur die Aufenthaltsqualität in der Stadt belastet, sondern gerade für die Risikogruppen älterer Menschen ≥ 65 Jahre sowie der Kleinkinder zu einem Gesundheitsrisiko wird.

Laut Luftqualitätsindex herrscht im Durchschnitt zu 81 % der gemessenen Zeit eine gute bis sehr gute Luftqualität in Mönchengladbach. Für die Verbesserung der Luftqualität sorgen in der Stadt Maßnahmen, die im Luftreinhalteplan vorgeschrieben sind. Die Umsetzung hat inzwischen nicht nur zu einer Einhaltung der Grenzwerte geführt, sondern lässt im Trend die weitere Abnahme der Belastungen erkennen.

Lärmschutz: Der Schutz der Umwelt vor Lärm aus anthropogenen Quellen[1] spielt im Immissionsschutz eine bedeutende Rolle. Für Mönchengladbach ist dabei der Verkehrslärm von besonderer Bedeutung. Vor allem in den Wohnräumen ist die Lärmsituation schlecht. 12 Prozent der Einwohner*innen werden tagsüber durch Lärm >65 dB belastet, davon entfällt ein großer Anteil auf Verkehrslärm.

Klimaschutz: Auch Mönchengladbach trägt über den Ausstoß von Treibhausgasen zur globalen Klimaveränderung bei. Private Haushalte sind in Mönchengladbach die größten Emittenten von CO2, da von 1990 bis 2016 der Ausstoß von CO2 im Bereich Wirtschaft aufgrund des Rückgangs der verarbeitenden Industrie deutlich zurückgegangen ist. Insbesondere in den innerstädtischen Ballungsräumen leben viele Menschen, die in Bezug auf das Thema Klimaschutz eher schwerer erreichbar sind. Hinzu kommt, dass hier viele sozial benachteiligte Randgruppen wohnen, die bislang offenbar an den gesellschaftlichen Entwicklungen im Klimaschutz nicht teilhaben konnten. Zwar liegt der CO2-Rückgang in der genannten Zeitspanne höher als der Bundesdurchschnitt (MG 30 Prozent / Bund 28 Prozent), jedoch verfehlt die Stadt bezogen auf die CO2-Emissionsziele die vereinbarten Ziele des Klimabündnisses.

Energie: Wesentlich für die Erreichung des Klimaschutzziels der Stadt ist der energetische Stadtumbau. Diesen muss die Stadt zur Sicherung der künftigen Strom- und Wärmeversorgung vorantreiben. Spätestens zum Ende der Braunkohlenverstromung, aus der die Stadt einen hohen Versorgungsanteil erhält, müssen klimaneutrale Alternativen zur Verfügung stehen. So liegt der Anteil an erneuerbaren Energien, die in Mönchengladbach produziert werden, mit
6 % unter dem Strommix von NRW, der 10 % beträgt. Der eigene Produktionsanteil durch Windkraft und Photovoltaik-Anlagen kann laut einer Studie des Landes (Potentialstudie LANUV) gesteigert werden, da ausreichend Standorte vorhanden sind.

Klimafolgenanpassung: Die Effekte des Klimawandels verstärken die Ausprägungen des Stadtklimas. Neben der Entwicklung von mehr Hitzetagen steigt die Gefahr von Starkregen. In Bezug auf die Belastungen durch Hitze greifen die gleichen Maßnahmen wie unter dem Strategieziel Stadtklima aufgeführt. Durch zahlreiche Maßnahmen im Kanalnetz aber auch durch Renaturierungen der Gewässer erfolgten bereits seit vielen Jahren wesentliche Schritte zur Aufnahmefähigkeit größerer Wassermengen. Dieser Prozess ist fortzuführen.

Der massive wandernde räumliche Eingriff stellt die Einwohnerschaft, die Planung und die Umwelt noch über Jahrzehnte nicht nur vor ständig neue Herausforderungen, sondern beeinflusst durch den dauerhaften Verbleib eines Restsees auch räumliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Schutz der abiotischen und der biotischen Umweltmedien beinhaltet den schonenden und nachhaltigen Umgang mit allen natürlichen Ressourcen. Dies betrifft auch den Umgang mit erneuerbaren und nicht erneuerbaren Rohstoffen. Im Sinne der Nachhaltigkeit und der Kreislaufwirtschaft muss eine deutliche Senkung des Ressourcenverbrauchs erfolgen. Der Gebäudebestand ist eine wichtige kommunale Ressource, die bei Maßnahmenplanungen hinsichtlich Flächenverbrauch, Ressourceneffizienz und bei der Gesamtenergiebilanz berücksichtigt werden muss. Mönchengladbach verfügt über eine große Anzahl von Bestandsgebäuden mit hohem Sanierungsbedarf. Außerdem bieten die geplanten Bauvorhaben in den nächsten Jahren ausreichend Potenzial für eine nachhaltige, im besten Fall eine klimapositive Entwicklung, sowohl für kommunale als auch private Bauvorhaben. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, ist es unverzichtbar, den Gebäudesektor durch eine Bau- und Ressourcenwende neu auszurichten. Die Auswirkungen der Bauwirtschaft auf die Umwelt sind gravierend. Gebäude verursachen weltweit ein Drittel der CO2-Emmissionen, verbrauchen 50 % der natürlichen Ressourcen, sind für 40 % des Energieverbrauches verantwortlich und stellen mit ca. 60 % des Müllabkommens den größten Anteil. (Quelle: UNEP United Nations Environment Program). Entwicklungs- und Planungsprozesse berücksichtigen neueste Erkenntnisse noch nicht entsprechend und finden nur langsam den Weg in die Praxis.

Bereits bestehende Initiativen und Projektansätze haben erste Ansätze für diese Herausforderung erarbeitet (z.B. bauliche Standards der GMMG; Unternehmernetzwerk Healthy Building Network).

Beschreibung des Handlungsfelds

Je intakter die Umwelt, desto besser ist sie als unsere Lebensgrundlage, desto positiver ist ihre Wirkung auf die menschliche Gesundheit und die Biodiversität. Durch die konsequente Fortsetzung der Landschafts- und Grünflächenentwicklung bilden sich vernetzte Erholungsräume für Menschen, Tiere und Pflanzen. Positive Effekte
z. B. im Sinne einer Verringerung der Hitzeinseln, der Verdünnung von Luftschadstoffen, der Biodiversität, der Vergrößerung und Verbesserung von Lebensräumen machen die Stadt zu einem gesunden und erholsamen Lebensumfeld.

Erhalt des Bodens in Menge und Güte. Die Inanspruchnahme neuer Flächen geht deutlich zurück (gemessen am Durchschnittsverbrauch der vergangenen Jahre), z. B. durch multifunktionale Nutzungen oder auch die Verkehrswende. Durch Entsiegelungen erhält der Boden seine natürliche Funktion zurück. Dies dient gleichzeitig der Klimafolgenanpassung. Gleichzeitig gelingt es, die verunreinigten Flächen Schritt für Schritt und, wo es möglich und erforderlich ist, zu sanieren. Beseitigung bzw. Verhinderung von Verunreinigungen. Das Ziel der Innen- vor Außenentwicklung ist beizubehalten. Die Entsiegelung von Flächen ist anzustreben. Die Bodenfunktionen sind zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Der Grünflächenanteil sollte nicht weiter sinken bzw. sollten Möglichkeiten zur Ausweitung untersucht werden (bspw. Dach- und Fassadenbegrünung und Entsiegelung). Die Grünstrukturen sind in der Gesamtstadt insbesondere im Sinne der Biodiversität, des Klimaschutzes, der Klimaresilienz und der Klimafolgenanpassung, der Naherholungsfunktion sowie der Zunahme der Biodiversität zu optimieren und zu vernetzen. Der planerischen Orientierung dient der aktuelle Landschaftsplan. Eine städtische Grünordnungsplanung ist auf Basis einer nachhaltigen und ökologischen Gestaltung zu erstellen. Die Frei-, Grün- und Forstflächen werden umweltgerecht bewirtschaftet und besser vernetzt. Die ökologische Qualität dieser Flächen wird verbessert, die Biodiversität und Naherholungsqualität erhöht, und auch in Innenbereichen wird der Baumbestand ausgeweitet. Die stadtökologischen Maßnahmen wie Blühstreifen, Bewässerungskonzept, Baumpatenschaften usw. sollen ausgebaut werden.

Erhalt des Wasservorkommens in Menge und Güte für die Sicherung der Wasserversorgung, grundwasserabhängiger Feuchtgebiete und Oberflächengewässer. Beseitigung bzw. Verhinderung von Übernutzungen und Verunreinigungen. Bewirtschaftung der Oberflächengewässer im Sinne eines guten ökologischen Zustands, der Retention und des Hochwasserschutzes. Schadloses Ableiten des Abwassers unter den Vorzeichen des Themas „Wasser in der Stadt“ und einer Schwammstadtentwicklung sowie des Aufbaus eines Starkregenmanagements. Der Zustand der Oberflächengewässer und des Grundwassers in Menge und Qualität ist somit ausschlaggebender Indikator für die strategische wasserwirtschaftliche Kontrolle der Stadt. Grundvoraussetzung für eine entsprechende Steuerungsmöglichkeit sind eingehende Kenntnisse der vielfältigen Parameter, die die Gewässergüte und das Mengengerüst des Grundwassers und der Oberflächengewässer im Stadtgebiet beeinflussen. Technisch - auch unter Einsatz geeigneter SmartCity-Projekte - aber auch personell wird die Umweltverwaltung in die Lage versetzt, diese Grundlagendaten zu erheben und auszuwerten und so Fehlentwicklungen entgegenzusteuern. Dies gilt insbesondere auch für den Bereich Gegenmaßnahmen zu akuten Schadensfällen zu ergreifen sowie – in Verbindung mit den Gewässerunterhaltern – einer qualifizierten Siedlungswasserwirtschaft und einem ausgebauten Starkregenmanagement. Mit diesen und weiteren geeigneten Instrumenten wird die Qualitätssteigerung des Schutzguts Wasser erreicht.

Stadtklima: Mönchengladbach erreicht eine Minderung des stadtklimatischen Wärmeinseleffekts und eine kontinuierliche Verbesserung der lufthygienischen Situation. Schaffung von Kühlstrukturen in städtebaulichen, stadttechnischen und baulichen Projekten, z. B. durch Begrünung, Verdunstung, Verschattung; Materialauswahl und 

Frischluftleitbahnen, bauliche Vorgaben, Sensibilisierung von Gebäudeeigentümern für Maßnahmen der Klimafolgenanpassungen am Eigentum. Schaffung bzw. Kommunikation von Fördermöglichkeiten. Auch ist eine Möglichkeit zu schaffen, die Bürgerschaft stärker beim Thema „Ökologie – bis in die Stadt hinein“ zu aktivieren und an die gesamtgesellschaftliche Aufgabe heranzuführen.

Lärmschutz: Mönchengladbach erreicht eine Minderung des Verkehrslärms. Straßen, die bereits mit Tempo 30 km/h ausgewiesen sind, sollen durch bauliche Maßnahmen entsprechend umgestaltet werden, damit die vorgeschriebene Geschwindigkeit auch eingehalten wird.

Klimaschutz: Umsetzung und Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts vor dem Hintergrund des ausgerufenen Klimanotstands. Teilnahme am eea (European Energy Award). Energetischer Stadtumbau hin zu Null-Emissionen auf Basis des Einsatzes regenerativer Energien Dekarbonisierung). Nachhaltige Wertschöpfung. Einwirken auf die emissionsintensiven Sektoren Privathaushalte, Wirtschaft, Verkehr, Verwaltungshandeln. Fördermanagement über Mittel des Strukturwandels, der Smart City und der vom Bund initiierten Programme.

Energie: Für den energetischen Stadtumbau sind die Förderprogramme des Strukturwandels Braunkohle, die auch für die Umsetzung von Klimaschutzzielen greifen, erste Wahl für die Umsetzung energetischer Maßnahmen. Grundlage für den energetischen Stadtumbau ist die Erstellung eines Energiekonzepts für  Mönchengladbach, das die Potenziale und Raumwirksamkeiten der regenerativen Energie- und Wärmegewinnung aufzeigt. Bis zum Ende der Braunkohlenverstromung erreicht die Stadt eine weitgehende Dekarbonisierung im Rahmen der Einhaltung des
1,5 Grad Ziels der IPCC.

Klimafolgenanpassung: Ausbau von Mönchengladbach zur einer klimaresilienten Schwammstadt. Ein Maßnahmenkonzept zur Klimafolgenanpassung wird erstellt (Ausschreibung in Vorbereitung). Dieses hat vielfältige Auswirkungen z. B. auf städtische Planungsprozesse, Baumaßnahmen, die Stadtgestaltung, das Stadtgrün aber auch auf Private und Gewerbetreibende. In Verbindung damit entsteht auch ein Starkregenkonzept. Beide werden Indikatoren für die Messbarkeit der Klimafolgenanpassung vorschlagen.

Im Fokus stehen die Sicherstellung der Begleitung der Plan- und Genehmigungsverfahren zur Vertretung der städtischen Interessen, die generationenübergreifende Wissensweitergabe zu den Entwicklungen, die Ausstattung der Verwaltung mit Fachkräften, die politische Unterstützung und die regionale Zusammenarbeit im Sinne von planerischen Entwicklungen über den Zweckverband Landfolge sowie vor dem Hintergrund der langfristigen Umwelteinwirkungen insbesondere auf den Wasserhaushalt. Dabei sollen die Möglichkeiten im Rahmen der Förderung über Strukturwandelmittel im Rahmen des Wirtschafts- und Strukturprogramms des Bundes für die Tagebauanrainerkommune Mönchengladbach und die Zusammenarbeit mit der Zukunftsagentur Rheinisches Revier ausgeschöpft werden.

Ressourcenschonung wird zur Leitidee städtischen Handelns. Dies zeigt sich insbesondere in der Umsetzung von Bauvorhaben. Nachhaltiges Bauen definiert die Ansprüche an ein Gebäude, bzw. an eine Quartiersentwicklung und die mit der Entstehung verbundenen Prozesse und setzt sich als das „neue Normal“ bei allen am Prozess Beteiligten durch. Alle Nutzungsphasen von Immobilien werden von der Planung, Errichtung, über den Betrieb bis zum Abriss berücksichtigt. Dabei sind eine umweltschonende Bauweise, eine effiziente Nutzung von Ressourcen (Fläche, Material, Energie, Wasser), eine hohe Nutzungsflexibilität und effiziente Lebenszyklus-Kosten die grundlegenden Kriterien. Die Kreislaufähigkeit der Materialien wird durch entsprechende Nachweisführung (z.B. Materialpässe) der verbauten Qualitäten verbindlicher. All dies wird durch Digitalisierung im Planungs- und Bauprozess vereinfacht werden (z.B. BIM). Im Rahmen der Exzellenzregion Nachhaltiges Bauen (Strukturwandelprojekt in Kooperation mit dem Zweckverband Landfolge Garzweiler) soll diese Entwicklung anhand konkreter Bauvorhaben veranschaulicht, erprobt und gefördert werden. „Best practise“ Beispiele von kommunalen Gebäuden zeigen die Verantwortlichkeit der Kommune als Bauherr auf und führen zu einer schnelleren Durchsetzung innovativer Ansätze in der Bauwirtschaft. Für das lokale Handwerk und Baugewerbe ist dies von großer Bedeutung und bietet Potenzial für zukunftsfähige Ausbildungsmöglichkeiten. Das Nachhaltige Bauen von heute ist die energetische Sanierung und die Erfüllung von Umweltauflagen von morgen.

Strategische Ziele

Aus der Beschreibung des Handlungsfelds werden die nachfolgenden Ziele abgeleitet. Im nächsten Schritt werden diese Ziele mit operativ, handlungsleitenden Zielen und messbaren Kennzahlen hinterlegt. Sie werden mit bestehenden Maßnahmen verbunden bzw. neue Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele mit den relevanten Fachbereichen bzw. städtischen Beteiligungen vereinbart. 

Unser Ziel ist eine Reduzierung des Flächenverbrauchs für Siedlungs- und Verkehrsflächen gemessen am Durchschnittsverbrauch der vergangenen Jahre. Innenentwicklung hat Vorrang vor Außenentwicklung. Der Grünflächenanteil soll nicht weiter sinken bzw. es sollen Möglichkeiten zur Ausweitung untersucht werden.


Die Bodenfunktionen sollen erhalten bzw. wiederhergestellt werden, z.B. durch die Entsiegelung von Flächen und die Vermeidung und Beseitigung von Bodenverunreinigungen.


Die Grünstrukturen sind in der Gesamtstadt insbesondere im Sinne der Biodiversität, des Klimaschutzes, der Klimaresilienz und der Klimafolgenanpassung, der Naherholungsfunktion sowie der Zunahme der Biodiversität zu optimieren und zu vernetzen.


Die Frei-, Grün- und Forstflächen werden umweltgerecht bewirtschaftet und besser vernetzt. Die ökologische Qualität dieser Flächen wird verbessert, die Biodiversität und Naherholungsqualität erhöht, und auch in Innenbereichen wird der Baumbestand ausgeweitet.


Ziel ist der Erhalt des Wasservorkommens in Menge und Güte für die Sicherung der Wasserversorgung, grundwasserabhängiger Feuchtgebiete und Oberflächengewässer. Übernutzungen und Verunreinigungen des Wassers sollen vermieden bzw. beseitigt werden. Die Oberflächengewässer sollen im Sinne eines guten ökologischen Zustands bewirtschaftet werden. Wir schaffen ausreichend Retentionsflächen für den Hochwasserschutz. Wir wollen ein schadloses Ableiten des Abwassers unter den Vorzeichen des Themas „Wasser in der Stadt“ und einer Schwammstadtentwicklung sowie den Aufbau eines Starkregenmanagements.


Ziel ist eine Minderung des stadtklimatischen Wärmeinseleffekts und eine kontinuierliche Verbesserung der lufthygienischen Situation durch Schaffung von Kühlstrukturen in städtebaulichen, stadttechnischen und baulichen Projekten, z. B. durch Begrünung, Verdunstung, Verschattung; Materialauswahl und Frischluftleitbahnen, bauliche Vorgaben, Sensibilisierung von Gebäudeeigentümern für Maßnahmen der Klimafolgenanpassungen am Eigentum.


Ziel ist eine Verbesserung des Lärmschutzes, indem die Belastung durch Verkehrslärm reduziert wird.


Ziel ist der energetische Stadtumbau hin zu (nahe) Null-Emissionen auf Basis des Einsatzes regenerativer Energien (Dekarbonisierung). Grundlage für den energetischen Stadtumbau ist die Erstellung eines Energiekonzepts Mönchengladbach, das die Potenziale und Raumwirksamkeiten der regenerativen Energie- und Wärmegewinnung aufzeigt. Bis zum Ende der Braunkohlenverstromung erreicht die Stadt eine weitgehende Dekarbonisierung im Rahmen der Einhaltung des 1,5 Grad Ziels der IPCC.


Wir halten die vereinbarten Ziele des Klimabündnisses durch die Reduzierung der CO2-Emissionen ein.


Wir legen ein eigenes CO2-Einsparziel unter Berücksichtigung des 1,5 Grad-Ziels der Internationalen Klimaschutzkommission IPPC fest. Wir wollen den Ausbau von Mönchengladbach zur einer klima-resilienten Schwammstadt.


Als Tagebauanrainerkommune vertreten wir die städtischen Interessen vor dem Hintergrund des Schutzes der Bevölkerung, der Infrastruktur und der langfristigen Umwelteinwirkungen insbesondere auf den Wasserhaushalt und die Ökologie.


Die stadtökologischen Maßnahmen der mags (Blühstreifen, Bewässerungskonzept, Baumpatenschaften usw.) werden ausgebaut.


Wir wollen als Verantwortliche für kommunale Bauten sowohl für die Bestandssanierung als auch für Neubauprojekte den Einsatz von nachhaltigen, kreislauffähigen Materialien und Prozessen berücksichtigen. Der nachhaltige Umgang mit Material, Energie und Fläche soll den Lebenszyklus von kommunalen Gebäuden verbessern. Wettbewerbs-, Planungs- und Bauprozesse sollen inhaltlich entsprechend ausgerichtet und bewertet werden.

Gemeinsam Mönchengladbach gestalten

Die städtische Gesamtstrategie ist aus Analysen und Diskussionen innerhalb der Stadtverwaltung entstanden. Mit der Vorstellung in der Ratssitzung im Oktober stellen wir den Aufbau der Strategie und die Analysen und Beschreibungen der Handlungsfelder hier vor, um einen Dialogprozess mit der Politik und der Stadtgesellschaft zu starten. 

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