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Bildungserfolge verbessern

Situationsanalyse

Die sozioökonomische Herkunft von Kindern und Jugendlichen beeinflusst die Entwicklungs- und Bildungsprozesse und damit auch den Bildungserfolg. Aufgrund der Rahmenbedingungen in Mönchengladbach (siehe soziale Struktur) ist die Risikolage für unzureichende Bildungsteilhabe und Bildungserfolge von Kindern und Jugendlichen in der Stadt vergleichsweise stark ausgeprägt.

Daher ist im Rahmen der Gestaltung kommunaler Bildungslandschaften insbesondere auch die sozioökonomische Lage von Kindern und Jugendlichen zu betrachten. Die kommunale Bildungslandschaft beschreibt das Zusammenspiel von Bildung, Betreuung und Erziehung. Kommunales Datenbasiertes Bildungsmanagement wird zu gelingenden Bildungsbiographien für jedes Kind, unabhängig von Herkunft und Startbedingungen, beitragen.

Um die kommunalen Gestaltungsmöglichkeiten entsprechend ausschöpfen zu können und um damit auf den stetigen wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Wandel erfolgreich reagieren zu können, bedarf es auf kommunaler Ebene neuer Formen der Zusammenarbeit und einem gemeinsamen Verständnis des erweiterten Bildungsbegriffs.

  • Individuelle Potentiale des Individuums und deren Förderung in der Lebensperspektive sind Ausgangspunkt für die Organisation von Bildungs- und Lernprozessen. Kein Kind, kein Jugendlicher soll verloren gehen.
  • Die für Bildung zuständigen Akteure arbeiten auf der Basis verbindlicher Strukturen zusammen: Familie, Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Kultur, Sport, Wirtschaft etc.
  • Eltern bzw. Familien werden als zentrale Bildungspartner einbezogen.
  • Übergänge werden nach dem Prinzip „Anschlüsse statt Ausschlüsse“ ermöglicht und gestaltet.
  • Die kulturelle Bildung wird als wichtiger Teil ganzheitlicher Bildung einbezogen (vgl. DST 2007).

In Mönchengladbach ist eine dezernats- und fachbereichsübergreifende Kooperation zwischen der Jugendhilfe und dem Schulbereich verstetigt worden. Die Geschäftsstelle „Integrierte Bildungs- und Jugendhilfeplanung“ hat die Aufgabe die strategischen Ziele der Dezernate mit den Fachakteuren entlang der Alterskette der Kinder und Jugendlichen in Maßnahmen und Angebote zu transportieren und alle relevanten Akteure der kommunalen Bildungslandschaft in die Prozesse einzubinden.

Die frühkindliche Sprachentwicklung ist eine Grundvoraussetzung für lebenslanges Lernen und für die weitere Bildungsbiografie des Kindes. Vor allem die alltagsintegrierte Sprachbildung im frühkindlichen Alter fördert die Sprachentwicklung Die Umsetzung des Programms geschieht kontinuierlich und prozessbegleitend. Die Sprachförderung in den Kindertageseinrichtungen ist alltagsintegriert, inklusiv und schließt ausdrücklich auch die Eltern mit ein.

Die Ergebnisse des Sprachstandfeststellungsverfahrens (Testverfahren für Kinder, die keine Kita besuchen oder deren Eltern der Bildungsdokumentation in der Kita nicht zugestimmt haben) und der Schuleingangsuntersuchungen weichen im Bereich der sprachlichen Bildung vom Landesdurchschnitt ab (Auffälligkeiten Pluralbildung & Präpositionen NRW/MG: 10,3/16,3 Prozent; 11,9/16,0 Prozent) und zeigen einen hohen Bedarf an frühkindlicher Sprachförderung.

Festgestellt wurde zudem, dass sich mit der Zunahme der Besuchsdauer einer Kita die vorher genannten Untersuchungsergebnisse verbessern (siehe Seite 128, Bildungs- u Jugendhilfebericht Stadt MG). Die vom Rat angestrebten Kita-Versorgungsquoten der unter 3-jährigen von 49,7 % im Kindergartenjahr 2022/2023 und der 3-  bis 6-Jährigen von 95,3 Prozent konnten bisher jedoch gesamtstädtisch noch nicht flächendeckend erreicht werden. Die 2017 beschlossene Ausbauplanung wird aktuell überprüft und muss ggfs. dem Bedarf entsprechend angepasst werden.

 

U3

Ü3

 

1.8.2021

im Kita-Jahr 21/22

1.8.2021

im Kita-Jahr 21/22

Nord

47,0%

50,6%

93,4%

  98,5%

Ost

52,5%

58,3%

98,9%

106,0%

Süd

39,9%

44,3%

87,1%

  91,9%

West

48,1%

55,8%

86,6%

  98,7%

(Kindergartenbedarfsplanung 2021/2022)

Der Ausbau der Kindertagesbetreuung in Kindertageseinrichtungen, aber besonders auch im Rahmen der Kindertagespflege hat auch in den kommenden Jahren eine hohe Priorität. Obwohl ca.2000 zusätzliche Betreuungsplätze in der Zeit von 2017 bis 2023 neu geschaffen werden, bringt es die gesellschaftliche Entwicklung mit sich, dass ein ständig zunehmender Bedarf festgestellt wird. Kinder werden regelmäßig bereits ab dem Alter von 1-2 Jahren für einen Betreuungsplatz angemeldet, da die Anforderungen an eine Familie Beruf und Kindererziehung miteinander in Einklang zu bringen, gestiegen sind.

Die Sozialstruktur der Stadtteile wirkt sich auf die Grundschulen aus. So ist beispielsweise der Anteil der Schülerinnen und Schüler (SuS) mit ausländischer Staatsangehörigkeit bzw. mit Migrationshintergrund an den Mönchengladbacher Grundschulen stark unterschiedlich im Stadtgebieten verteilt: So weist die Grundschule im Schuljahr 19/20 mit dem höchsten Migrationsanteil der SuS eine Quote von 86,3 Prozent auf, die Grundschule mit dem niedrigsten Migrationsanteil hingegen nur 12,9 Prozent. Diese Unterschiede werden dadurch verstärkt, dass manche Eltern ihre Kinder nicht wohnortnah anmelden, sondern in vermeintlich „weniger belasteten“ Schulen. Dennoch ist die Kinderarmutsquote (Kinder in SGB-II-Bedarfsgemeinschaften) in den verschiedenen Sozialräumen unterschiedlich stark ausgeprägt. Gesamtstädtisch liegt die Kinderarmutsquote im Jahr 2020 bei 27,8 Prozent. Sozialräumlich betrachtet lassen sich große Unterschiede zwischen den Stadtteilen beobachten, der Stadtteil mit der geringsten Quote weist eine Kinderarmutsquote von 4,4 Prozent auf, während der Stadtteil mit der höchsten Quote bei 44,7 Prozent liegt. (2020). Entsprechend dürfte die Quote der SuS betroffen von Kinderarmut in den Grundschulen schwanken. Allerdings ist sie nicht schulscharf messbar.

Während die Ganztagsangebote bei den weiterführenden Schulen (siehe unten) gut ausgebaut sind, liegt der Anteil der SuS, die den offenen Ganztagsbetrieb einer Grundschule besuchen können, im SJ 19/20 bei 23,5 Prozent (Vorjahr SJ 18/19: 21,1 Prozent; SJ 20/21 voraussichtlich 25,9 Prozent. Die Versorgungsquote aller Angebote im Primarbereich (OGS, andere Betreuungsformen, Schule von 08 bis 13) lag 2017/2018 bei 37,4 Prozent, im SJ 19/20 bei 38,4 Prozent und hat sich im SJ 20/21 auf 43,9 Prozent erhöht. Dennoch zeigt sich eine deutliche Versorgungslücke. Diese Lücke trifft insbesondere berufstätige Eltern beim Wechsel ihrer Kinder in den Primarbereich. Eine stetige Erhöhung der Versorgungsquote ist durch die Schaffung neuer OGS-Plätze und die multifunktionale Nutzung von Räumen geplant. Auch wenn in der Zwischenzeit weitere Ganztagsangebote an Grundschulen geschaffen werden, so ist anzunehmen, dass sich die Bedarfe auf dem Weg bis zum Rechtsanspruch 2026 noch erhöhen werden.

Die Grundschulen unterscheiden sich im Hinblick auf das Übergangsverhalten ihrer SuS auf weiterführende Schulen teilweise deutlich. Dabei korreliert das Übergangsverhalten mit einem Wechsel auf eine Hauptschule bzw. Gymnasium stark mit der Zusammensetzung der Schülerschaft nach dem Herkunftsmilieu (Bildungshintergrund der Eltern, siehe dazu auch oben u.a. Konzentration von Migrationshintergrund in der SuS). Wie in Bildungsstudien immer wieder dargestellt, zeigt sich auch in Mönchengladbach, dass über die Bildungsbiographie die soziale Lage des Elternhauses reproduziert wird. Im Schuljahr 20/21 wechselten 19,4 Prozent der SuS auf eine Realschule, 31,5 Prozent auf eine Gesamtschule, 38,3 Prozent auf ein Gymnasium, 10,1 Prozent auf eine Hauptschule und 0,7 Prozent auf eine Förderschule.  Zwischen den SJ 17/18 und 20/21 sind kaum Veränderungen im Übergangsverhalten zu beobachten.

Im Schuljahr 2020/21 werden im Bereich der Sekundarstufe I neben den sechs Gesamtschulen alle sechs Hauptschulen, drei von vier Realschulen und zwei der neun Gymnasien in gebundener Ganztagsform geführt. Alle weiteren Schulen bieten eine pädagogische Übermittagsbetreuung für die SuS an (verpflichtender Nachmittagsunterricht sowie außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote). In diesem Bereich ist die Versorgungslage in Mönchengladbach gut.

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler (SuS), die 2019 die Schule mit Abitur verlassen liegt in Mönchengladbach mit 40,5 % über dem Landes- (39,4 %) und Bundesdurchschnitt (34,6 %) (Quelle statistisches Bundesamt). Der Anteil der SuS mit Hauptschulabschluss liegt in Mönchengladbach in 2019 bei 17,4 % (NRW 16 %, BRD 16,5 %). In beiden Betrachtungen zeigt sich eine Ausprägung am oberen und unteren Teil der schulischen Qualifikation, während in Mönchengladbach die „Mitte“, also die SuS mit mittlerem Abschluss, unterrepräsentiert ist (MG 33,3 %, NRW 38,5 %, BRD 42,2 %). Dies ist im Hinblick auf das zukünftige Fachkräftepotenzial für den regionalen Arbeitsmarkt relevant.

Im Hinblick auf das zukünftige Fachkräftepotenzial, aber auch in Zusammenhang mit dem Thema Jugendarbeitslosigkeit, ist zudem die Kennzahl der Schüler und Schülerinnen ohne Schulabschluss (ohne jeglichen Abschluss, mit Förderschulabschluss/ohne Hauptschulabschluss) relevant, die statistisch als SuS ohne Hauptschulabschluss erfasst wird (Quelle Statistisches Bundesamt). In der Stadt Mönchengladbach verließen im Jahr 2020 7,3 Prozent der SuS die Schule ohne einen Hauptschulabschluss (davon 2,6 Prozent ohne jeglichen Abschluss und 4,7 Prozent mit einem Förderschulabschluss). Hier besteht Handlungsbedarf bspw. in Problemfeldern wie Schulabsentismus u.a., die hier häufig als ursächlich gelten. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe wurde in diesem Themenfeld bereits intensiviert und es werden gemeinsam neue Konzepte zur Erfassung von Schulmüdigkeit und Maßnahmen entwickelt. Weiterhin wird mit dem Landesprojekt KAoA aktiv an der Stärkung von Übergängen gearbeitet. SuS werden darin unterstützt ihre Potenziale zu erkennen und ihre berufliche Orientierung zu gestalten.

Im deutschlandweiten Vergleich der zukunftsrelevanten MINT-Berufen zeigt sich in Mönchengladbach eine Lücke von rund 6.000 Beschäftigten* (Mönchengladbach hat im Vergleichsranking des Monitoringberichts die größte Lücke, der strukturähnlichen Städte). Es ist in Mönchengladbach entsprechend ein überproportionaler Bedarf an MINT-Fähigkeiten zu erwarten.

Berufskollegs: Einen weiteren wichtigen Baustein im Bildungssystem stellen die Berufskollegs dar. In den angebotenen Teilsystemen (duale Ausbildung, Übergangssystem, Schulberufssystem, Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung und berufliche Fortbildung) sind verschiedene Bildungsgänge möglich. Etwa die Hälfte der SuS entfällt auf die duale Ausbildung. Auffällig ist, dass dieser Anteil von 52 Prozent in 2008/2009 auf 47 Prozent in 2017/2018 gesunken ist, also einen ähnlichen Verlauf nimmt, wie die Kennzahlen zur Ausbildungsquote und Ausbildungsbetriebsquote (vgl. AG Wirtschaft und Arbeit Ergebnisdokumentation Seite 21, 2013-2017). Die Anzahl der Auszubildenden und Ausbildungsverträge in der dualen Ausbildung ist in Handwerk, Industrie und Handel sowie in den freien Berufen gesunken (vgl. Bildungs- und Jugendhilfebericht Stadt MG, Seite 256, 2008-2018). Im gleichen Zeitraum sind die SuS-Anteile im Übergangssystem von 11,2 Prozent auf 13,9 Prozent gestiegen. Beim Übergangssystem geht es darum, die Fachoberschulreife (Mittlerer Schulabschluss), einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss oder einen dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 gleichwertigen Abschluss zu erreichen. Der Anstieg korreliert mit dem Anteil und Verlauf der SuS mit Besuch einer Hauptschule und den dort erreichten Abschlüssen. Die Rolle und Funktion von Berufskollegs im städtischen Bildungssystem sollte stärker betrachtet werden.

Die kommunale Grundversorgung mit Weiterbildungsangeboten wird nach dem Weiterbildungsgesetz NRW durch das Pflichtangebot der Volkshochschulen sichergestellt.

Es umfasst die politische Bildung, die berufsbezogenen Weiterbildung, die kompensatorische Grundbildung, Angebote zur lebensgestaltenden Bildung und zu Existenzfragen einschließlich des Bereichs der sozialen und interkulturellen Beziehungen sowie Angebote zur Förderung von Schlüsselqualifikationen mit den Komponenten Sprachen und Medienkompetenz.

Auf dem Zweiten Bildungsweg können Volljährige an der VHS ihren staatlich anerkannten Schulabschluss nachholen oder einen höheren Abschluss erlangen.

In den letzten Jahren hat die VHS einige zusätzliche Aufgaben übernommen, um die Grundversorgung mit gesellschaftlich relevanten Weiterbildungsangeboten zu sichern. Dabei kooperiert sie meist mit anderen Trägern. Zu diesen Aufgaben zählen u. a. die Lernförderung mit Mitteln aus dem Bildungs- und Teilhabegesetz (in Kooperation mit dem Fachbereich 51, Kinder Jugend und Familie), Integrationskurse im Auftrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge und weitere Deutschkurse mit Unterstützung von Landesministerien (in Abstimmung mit anderen Sprachkursträgern in Mönchengladbach und mit dem Jobcenter) sowie Angebote zur Bildungsberatung und entsprechenden Fördermitteln von Bund und Land (Bildungsscheck, Bildungsprämie, Anerkennungsberatung für ausländische Bildungsabschlüsse).

Angesichts der im Bereich Wirtschaft dargelegten MINT-Lücke, ist die Digitalisierung auch für die Erwachsenenbildung ein zentrales Thema. Neben der Entwicklung neuer Unterrichtsformen, Lehr- und Lernmethoden durch den Einsatz digitaler Technik ist vor allem die Vermittlung digitaler Kompetenzen sowie die Befähigung und Anregung zum gesellschaftlichen Diskurs Aufgabe der Volkshochschule. Sie wird daher ihr Angebot im Bereich der digitalen Bildung, insbesondere im Hinblick auf die Anwendungskompetenz und die Produktionsfähigkeit (Programmierkenntnisse) weiter ausbauen.

Im Rahmen der Weiterbildungskonferenz kooperiert die VHS mit anderen Trägern der Erwachsenenbildung.

Beschreibung des Handlungsfelds

Für die Zukunftsaussichten von Kindern spielt eine positive Bildungsbiographie von der frühkindlichen Bildung bis zum Einstieg ins Berufsleben eine zentrale Rolle. Eine gut ausgebaute Bildungslandschaft ist eine entscheidende Ressource, um den Standort Mönchengladbach zu stärken. Durch Ausbau und Qualifizierung der Bildungsinfrastruktur investiert die Stadt auch in den Standortfaktor Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort, denn für Eltern ist dieser Faktor an einem Standort hoch im Präferenzmodell verortet, und Mönchengladbach kann sich so auch im Standortwettbewerb positiv differenzieren. Daher gilt das Interesse der Stadt, Kinder und Jugendliche, wo erforderlich, möglichst früh zu begleiten und Bildungserfolge zu verbessern. Das bedeutet, im Sinne des Ansatzes „Prävention vor Intervention“ Ressourcen zu schaffen, um die erforderlichen Angebote entlang der Bildungskette zu gestalten. Die Chancengerechtigkeit der Kinder ist durch soziale und sprachliche Integration sichergestellt. Sozial benachteiligte SuS, insbesondere in den Sozialräumen mit sozialen Problemlagen, werden hinsichtlich verbesserter Bildungschancen unterstützt. Die Übergänge zwischen den Bildungseinrichtungen (Familien / Kita, Kita / Grundschule, Grundschule / Sek I, Schule/ Beruf bzw. Studium) werden durch ein systematisches Übergangsmanagement im Rahmen der kommunalen Bildungslandschaft erfolgreich gestaltet. Wir wollen eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Schulinfrastruktur.

Dies ist, vor allem mit Blick auf die wirtschaftliche Lage der Stadt Mönchengladbach, von großer Wichtigkeit. Gelingt es uns nicht, die Quote an Menschen ohne Schulabschluss oder geringer Qualifizierung zu reduzieren, besteht auch ein Kostenrisiko für die finanzielle Situation der Stadt:

Insofern kommt der Gestaltung von gelungenen Bildungsbiografien im Rahmen der städtischen Gesamtstrategie eine signifikante Rolle zu, auch um den Aufwand an Transferleistungen positiv zu beeinflussen.

Der Sprachstand der Kinder wird durch die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jährlich ermittelt. Es erfolgt eine Evaluierung der Ergebnisse durch die Sprachmultiplikatoren im Fachbereich 51 und eine gezielte Förderung. Zudem sind in der Stadt Fachkräfte für die Arbeit in „Sprachkitas“ fortgebildet worden. Aktuell haben wir 31 Sprach-Kitas, in drei Verbünden, in drei Trägerschaften, in Mönchengladbach. Für die Einrichtungen hat die Fachberatung Sprache Methodenkoffer und entsprechende Literatur zusammengestellt. Neu ist der zusätzliche Einsatz von digitalen Medien in der Sprachförderung. Durch die Verbindung der Bildungsbereiche Sprache und Medienkompetenz entstehen zahlreiche Sprachanlässe, die zugleich gute Ansatzpunkte für eine Medienerziehung bieten. Die sprachlichen Kompetenzen der Kinder werden berücksichtigt und weiterentwickelt. 

Alle städt. Kindertageseinrichtungen, Mogli und Delfin 4 Gruppen sind mit einem Tablet (IPad) und der entsprechenden Software ausgestattet worden. Alle Sprach-Kitas haben zusätzlich einen einmaligen Digitalisierungszuschuss von 900 € vom Bundesfamilienministerium aus Berlin erhalten.

Seit dem Kindergartenjahr 2020/2021 ist die Förderung der Delfin 4 Kinder, die durch die Sprachstandsfeststellung des Fachbereichs 40 ermittelt wird, neu aufgestellt worden. Nach wie vor organisiert der Fachbereich 51 zusätzliche Fördergruppen und wird von den Familienzentren aller Träger durch die Förderung von jeweils 5 Delfin 4 Kindern, die keinen Betreuungsplatz haben unterstützt. So können allen Familien ortsnahe Zugänge zur frühen Bildung ermöglicht werden.

Für eine erfolgreiche Bildungsentwicklung sind die Grundlagen entscheidend: Gerade in Bezug auf die Sprachförderung bedarf es hoher Aufmerksamkeit. Da hier der Besuch einer Kita (u3 und 3-6 J) entscheidenden Einfluss hat, sollte die Versorgungsquote in der Stadt zügig verbessert werden und durch weitere Angebote ergänzt werden. Wir wollen die Sprachförderung als Grundlage für Bildungskarrieren verbessern.

Vorschul- & Grundschulbereich

Die Verknüpfung der Daten des Bildungsmonitorings mit den Sozialraumanalysen, muss zu einem optimierten Ressourceneinsatz führen. Ziel ist es, die gelingenden Bildungsbiographien zu erreichen. In den sozial benachteiligten Stadtteilen müssen verstärkt Maßnahmen der frühen Bildung initiiert werden. Dies beschränkt sich nicht nur auf den Ausbau der institutionellen Kindertagesbetreuung, sondern erfasst auch das Angebot der Kindertagespflege und die Angebote an Familien ohne einen Betreuungsplatz.

Die Übergangsgestaltung von der Familie in die Kindertagesbetreuung und von der Kita in die Schule wird im AK ElePri gemeinsam mit den Fachakteuren der „Frühen Hilfen“, der Schulaufsicht, den Schulen und Kitas, sowie von Beratungsinstitutionen, ständig weiterentwickelt, qualitativ ausgestaltet und mit entsprechenden Maßnahmen und Angeboten als Teil der kommunalen Bildungslandschaft sichtbar gemacht. 

Die Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder sollte auch in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Es ist mit steigenden Bedarfen in diesem Bereich zu rechnen; wenn der Standort Mönchengladbach attraktiv für Familien bleiben möchte, dann muss er diesen Anforderungen stärker Rechnung tragen. Zudem hat die die Bundesregierung im September 2021 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter ab 2026 auf den Weg gebracht. Von einem Zuwachs an Betreuungsbedarfen ist damit auszugehen.

Die Zahl der SuS ohne Schulabschluss soll sich verringern (Konzepte entsprechend umgesetzt werden); und die Zahl der Schulformwechsler soll reduziert werden. Das Ziel sollte es sein, dass alle Kinder von Beginn an die Schule besuchen, auf der sie die größten Erfolge erzielen können und ihre Stärken gefördert werden können. Da Fähigkeiten in den MINT-Fächern zunehmend relevant für die Zukunftsfähigkeit von Regionen werden, sollten sich die Schulen in Mönchengladbach noch stärker mit dem Ausbau dieser Angebote beschäftigen. Auch Angebote zum Erlernen von Programmierkenntnissen sollten unter dem Aspekt der zukunftssicheren Ausbildung an jeder weiterführenden Schule verfügbar sein. Wir wollen die Fachkräfteversorgung in MINT-Berufen verbessern.

Schulübergänge: Die Übergänge zwischen Vorschul-Primarbereich und Primar- und Sekundarstufe I sollen noch stärker in den Fokus genommen werden. Seit 2021 führt das Regionale Bildungsbüro in Kooperation mit den Schulen bereits Übergangssprechtage durch, um die Übergangsgestaltung zu verbessern und mit dem Landesprojekt KAoA werden die SuS beim Übergang Schule in den Beruf bzw. ins Studium unterstützt.

Berufskollegs: Angesichts der zunehmenden Digitalisierung der Berufswelt sollten sich auch die Berufskollegs stärker auf die Digitalisierung ausrichten (auch im Bereich Wirtschaft & Verwaltung; siehe dazu auch Strategiekarte Wirtschaft). Die Rolle und Funktion von Berufskollegs im städtischen Bildungssystem sollte stärker betrachtet werden.

Volljährige Jugendliche und Erwachsene können an der Volkshochschule auf dem Zweiten Bildungsweg ihren staatlich anerkannten Schulabschluss nachholen oder einen höheren Abschluss erlangen. Die Präsenzzeiten und die Lernstoffmenge sind so abgestimmt, dass der Lehrgangsbesuch und eine berufliche Tätigkeit oder Familienarbeit miteinander vereinbar und gut zu bewältigen sind. Das neue Weiterbildungsgesetz NRW, das zum 01.01.2022 in Kraft tritt, stärkt den Zweiten Bildungsweg durch zusätzliche Landesmittel. Die Volkshochschule passt dieses Angebot fortlaufend an die Nachfrage an.

Auch am Weiterbildungskolleg Linker Niederrhein haben Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit auf zweitem Bildungsweg ihren Abschluss nachzuholen bzw. zu verbessern. In den beiden Bildungsgängen Abendrealschule und Abendgymnasium können Studierende nachträglich verschiedene Schulabschlüsse erwerben, und zwar den Hauptschulabschluss, den Hauptschulabschluss nach Klasse 10, den mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife), die Fachhochschulreife und die allgemeine Hochschulreife (Abitur).

Die bestehenden Bildungsangebote der VHS zur Förderung der Medienkompetenz und insbesondere zur Befähigung Jugendlicher und Erwachsener, die Digitalisierung zu bewältigen, werden ausgebaut. Hierzu soll mit der CodingSchool (Übernahme der ZRR-Förderung) ein neuer Bereich etabliert werden (siehe dazu auch Strategiekarte Wirtschaft). Konzepte wie die Junior-Uni, die Bildung im außerschulischen Bereich stärken, unterstützt die Volkshochschule auch durch die Beteiligung an Public-Private-Partnership-Modellen. Darüber hinaus gehören die Entwicklung zeitgemäßer Konzepte der Wissensvermittlung sowie die Förderung des kritischen Diskurses über die Digitalisierung der Gesellschaft zu den Aufgaben der Erwachsenenbildung.

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[Erläuterung zu *: „Im Stadtbezirk Süd ist das diesbezüglich gemessene Ausmaß von Armut am höchsten. In fünf der 14 Stadtteile des Stadtbezirks Süd liegt der Anteil an Kindern, die in SGB II-Bedarfsgemeinschaften leben, über 40 Prozent (Heyden 46,4 Prozent, Schmölderpark 45,5 Prozent, Mülfort 45,4 Prozent, Grenzlandstadion 42,9 Prozent). Mit einem Anteil von 52,3 Prozent bzw. 1.122 Kinder unter 15 Jahren wächst in Rheydt mehr als jedes zweite Kind in sozioökonomischer Benachteiligung auf.“ Bildung- und Jugendhilfebericht Stadt MG, Seite 43]

Strategische Ziele

Aus der Beschreibung des Handlungsfelds werden die nachfolgenden Ziele abgeleitet. Im nächsten Schritt werden diese Ziele mit operativ, handlungsleitenden Zielen und messbaren Kennzahlen hinterlegt. Sie werden mit bestehenden Maßnahmen verbunden bzw. neue Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele mit den relevanten Fachbereichen bzw. städtischen Beteiligungen vereinbart.

Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen insbesondere im Bereich Sprache sollen verbessert werden. Jedes Kind soll beim Wechsel in den Primarbereich gute Sprachfähigkeiten haben. Wir wollen die Sprachförderung im Vorschulbereich weiter ausbauen – geleitet durch das datenbasierte kommunale Bildungsmonitoring, insbesondere in den Stadtteilen, die einen erhöhten Bedarf haben. Auch im Bereich der Motorik gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf. Eine flächendeckendes Angebot der sportmotorischen Testungen an Grundschulen soll angestrebt werden.


Im Rahmen der kommunalen Bildungslandschaften unterstützen wir den Ausbau der Angebote im MINT-Bereich. 


Wir bauen die Ganztagsbetreuung in Grundschulen weiter aus,  entwickeln und evaluieren Qualitätsstandards für den offenen Ganztag. 


Mit integrierten Konzepten (dezernatsübergreifend) reduzieren wir die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss und ergreifen Maßnahmen gegen Schulmüdigkeit.


Wir analysieren Schulformwechsler und reduzieren den Anteil dieser. 


Die Übergänge aus dem SEK II Bereich werden genauer analysiert. 


Wir unterstützen unsere Berufskollegs bei der Umstellung auf die moderne Arbeitswelt und die Herausforderungen der Wirtschaft 4.0.


Wir intensivieren und stärken die Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe weiter, hin zur integrierten Bildungs- und Jugendhilfeplanung und vernetzen weiterhin die alle Bildungseinrichtungen miteinander. 


Wir ermöglichen allen Menschen eine individuelle Bildungsbiographie, im Rahmen des lebenslangen Lernens. 


Im Bereich der Erwachsenenbildung bieten wir Angebote an, die Menschen auf dem Weg in die Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft mitnehmen.


Wir stärken den Zweiten Bildungsweg als zusätzliche Säule zur Steigerung der Zahl der Menschen mit einem staatlich anerkannten Schulabschluss.


Die Volkshochschule nimmt jugendliche und erwachsene Menschen durch entsprechende Bildungsangebote auf dem Weg in die Digitalsierung von Gesellschaft und Wirtschaft mit. 


Wir entwickeln Kooperationsstrukturen im Bereich der digitalen Weiterbildung in Zusammenarbeit mit dem Smart City Projekt weiter. 


Wir arbeiten gezielt an der Fächkräftegewinnug im Bereich von Kitas und OGS. 


Wir erarbeiten Konzepte zur Qualitätsentwicklung und Evaluationen um den Menschen ein zielorientiertes Angebot zur Verfüfung zustellen. 


Zum gelingenden Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in Mönchengladbach sind präventive Leistungen und Netzwerke vorhanden


Jedem Kind steht eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Betreuungs-möglichkeit in der frühen Kindheit (0-6 Jahre) zur Verfügung


Die Lebensräume in Mönchengladbach sind kinder- und familienfreundlich


Die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wird in Ausführung des gesetzlichen Auftrages konsequent gefördert und vor negativen Einflüssen geschützt


Bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Schulinfrastruktur zum Lern- und Lebensort.


Schülerinnen und Schülern wird ein ihren individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechendes Bildungsangebot zur Verfügung gestellt.
 

Gemeinsam Mönchengladbach gestalten

Die städtische Gesamtstrategie ist aus Analysen und Diskussionen innerhalb der Stadtverwaltung entstanden. Mit der Vorstellung in der Ratssitzung im Oktober stellen wir den Aufbau der Strategie und die Analysen und Beschreibungen der Handlungsfelder hier vor, um einen Dialogprozess mit der Politik und der Stadtgesellschaft zu starten. 

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