Das soziale Mönchengladbach

- Der Textilfabrikant Franz Brandts setzte sich besonders für das "Arbeiterwohl" ein.
Eine Arbeiterbewegung entwickelte sich im Mönchengladbacher Bezirk um 1860/70. Die Unternehmer versuchten, soziale Probleme ab den 70er Jahren des 19. Jh. u. a. dadurch zu lösen, dass sie es ihren Arbeitern ermöglichten, durch sie erbaute Häuser zu erwerben. Außerdem gründeten sie eigene Krankenkassen.
Besonders engagierte sich der Textilfabrikant Franz Brandts (1834-1914), der in seiner Firma einen Arbeiterausschuss schuf, der sich zu Anfang des 20. Jh. zu einem frühen Mitbestimmungsorgan entwickelte.
Ferner unterhielt Brandts eine Reihe sozialer Einrichtungen. 1880 wurde er zum Vorsitzenden des Verbandes „Arbeiterwohl" und 1890 zu dem des „Volksvereins für das katholische Deutschland" gewählt, der zum Inbegriff für die katholische Sozialreform wurde und bis 1933 bestand. Kurz vor dem 1.Weltkrieg hatte er über 800.000 Mitglieder.
Er stellte die bestehende Wirtschaftsordnung nicht in Frage, forderte aber den Staat zur Sozialpolitik auf und bemühte sich erfolgreich, die Arbeiter mündig zu machen und sie zu schulen, von ihren Rechten Gebrauch zu machen. Er baute eine schließlich 94.000 Bände umfassende Bibliothek auf, die heute in der Stadtbibliothek aufbewahrt wird. Auch die Bibliothek der Franziskaner, die 1899 nach Mönchengladbach kamen und hier von 1929 bis 1962 die Duns-Scotus-Akademie für das Ordensstudium unterhielten, ist erhalten.
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