16.05.2012

Dialog Giesenkirchen: Abschlussbericht vorgelegt

„Der Dialog hat gerade erst begonnen“, lautet ein Kommentar in der Facebook-Gruppe von „Dialog Giesenkirchen“. Die Nutzung der so genannten „Sozialen Medien“ war eine der vielen neuen Ideen, mit denen das Stadtentwicklungsprojekt „Dialog Giesenkirchen“ seinen Namen zum Programm gemacht hat.

„Für uns war das Projekt nicht nur inhaltlich wichtig, sondern wir konnten auch Vieles ausprobieren. Und ganz ehrlich – Manches hat wirklich gut, manches hat aber auch nicht funktioniert.“, so fasst Torsten Stamm von städtischen Fachbereich Stadtentwicklung und Planung seine Eindrücke der letzten 12 Monate zusammen, in denen die Stadt gemeinsam mit einem Planungsteam aus drei Fachbüros neue Ideen für Giesenkirchen entwickelt hat und dabei verstärkt auf den direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort gesetzt hat.

Rückblick: Der Planungsausschuss der Stadt Mönchengladbach hatte im März 2009 die Erarbeitung von "Entwicklungsperspektiven für den Stadtteil Giesenkirchen" beschlossen. Die Bereitstellung der für die Umsetzung nötigen Finanzmittel hat im Zuge der Haushaltsberatungen im September 2010 stattgefunden. Die damals formulierte Aufgabenstellung an die Stadtverwaltung war die Erstellung eines integrierten Entwicklungskonzeptes für den Stadtteil Giesenkirchen. Ein transparenter und jederzeit nachvollziehbarer Erarbeitungsprozesses der Entwicklungsleitlinien sollte zu einem tragfähigen Konsens zwischen der Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung beitragen. Der planerische Teil der Aufgabe umfasst neben freiraum- und verkehrsplanerischen Aspekten die Berücksichtigung von einzelnen Handlungsschwerpunkten der Flächenentwicklung für Wohnen und Gewerbe sowie der Sport- und Freizeitinfrastruktur.

Seit dem Frühjahr 2011 bearbeitete die Verwaltung gemeinsam mit einem Gutachterteam, bestehend aus den Büros Davids, Terfrüchte & Partner, Schulten Stadt- und Regionalentwicklung sowie der IKU GmbH das Projekt. Das Konzept von „Dialog Giesenkirchen“ sah vor, die fachliche Planung durch bürgernahen Kommunikationsformaten zu ergänzen. Dazu organisierten Stadtverwaltung und Planungsteam drei Bürgerforen als öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltungen sowie – zwischen dem ersten und zweiten Bürgerforum – Stadtteilspaziergänge und offene Sprechstunden. Der Dialogprozess wurde begleitet von einer kontinuierlichen Öffentlichkeitsarbeit. Die (Zwischen-)Ergebnisse wurden auf der städtischen Internetseite zur Verfügung gestellt und auch eine Begleitung des Prozesses über Social-Media-Gruppen (Facebook) ermöglicht. Sofern kein Zugriff auf das Internet bestand, wurde Interessierten die Ergebnispräsentation als Ausdruck zugesandt.

Gemeinsam mit Olaf Kasper aus dem Büro Davids, Terfrüchte & Partner aus Essen stellte Stamm in den letzten Wochen nun die Ergebnisse des Projektes in der Bezirksvertretung-Ost sowie den städtischen Ausschüssen für Freizeit, Sport und Bäder und für Planen und Bauen vor. Stadtplaner Kasper verwies dabei auf die besonderen landschaftlichen Qualitäten des Stadtteils, die eine Weiterentwicklung des Ortsteils über die bestehenden Siedlungsränder nur mit viel Augenmaß gebieten.

„Sie haben an die 100 Baulücken im Stadtteil“, so Kasper, „deren Nutzung sollte hohe Priorität haben“. Falls dennoch Platz für größere Wohnungsbauvorhaben gesucht werden sollte, so empfehlen die Planer die Umnutzung nicht mehr benötigter Flächen, so zum Beispiel des Ascheplatzes an der Lorenz-Görtz-Straße oder des Parkplatzes an der Kruchenstraße. Besonders intensiv wurde mit der Bürgerschaft am Thema Konstantinplatz gearbeitet.

Vorläufiges Ergebnis: Die Planer schlagen vor, durch kleinere Umbaumaßnahmen eine bessere und sichere Fußgängerführung über den Platz zu ermöglichen. Torsten Stamm von der Stadtverwaltung verwies ergänzend auf die Chance zur schnellen Umsetzung der Maßnahme, die noch vor der Sommerpause im Zuge der Ausbesserungsarbeiten der Baumängel begonnen werden könnte, wenn die Politik dies so wünsche. Für das brachliegende Freibadgelände schlagen die Planer eine Mischung aus verschiedenen Nutzungen vor: Ein City-Strand mit Biergarten wie an der Bleichwiese in der Innenstadt könnte ebenso zur Belebung beitragen wie auch Außensportflächen und ein Wohnmobilpark. „Das Thema ist hochkomplex“, gab Olaf Kasper zu, „hier müssen noch weitere Untersuchungen angestellt werden, um die Wirtschaftlichkeit zu klären. Das war im Rahmen von „Dialog Giesenkirchen“ nicht zu leisten.“

Auch beim Thema Sportplätze scheint eine endgültige Klärung noch nicht in Sicht. Für die Planer wäre eine Konzentration auf eine Ertüchtigung der Bezirkssportanlage Puffkohlen und eine Nutzung durch alle Vereine die sinnvollste Lösung. Dass nicht alle Sportvereine dies auch so sehen, zeigte die Anwesenheit vieler Mitglieder des SV Schelsen, die sich auch weiterhin für eine Erhalt und Ausbau ihrer eigenen Sportanlage einsetzen. Auch die Bezirkspolitiker wünschen sich daraufhin noch weitere Überlegungen zu dieser Frage.

Schwerpunkt bei Thema Verkehr war - für manche der Beteiligten überraschenderweise – die Erschließung des Ortsteils für Fußgänger und Radfahrer. Die Planer haben hierfür ein so genanntes “Sekundäres Wegenetz“ entwickelt, also eine Verknüpfung kleiner, zum Teil auch versteckter Wege zu einem System, auf dem Radfahrer sicherer und ungestörter als heute den Ort durchqueren und Ziele erreichen können. „Das ist besonders wichtig für Kinder, Jugendliche aber auch Ältere, die so ihr eigenes Wegenetz bekommen“, so Olaf Kasper. Eine Umsetzung kann stückweise im Zuge der Straßenunterhaltung und der Radwegeplanung erfolgen.

Auch wenn vielleicht nicht alle Fragestellungen für die weitere Entwicklung Giesenkirchens abschließend geklärt werden konnten, gab es bereits viel Lob und Zustimmung aus der Politik – nicht nur für die Ideen und Anregungen der Planer sondern auch für die Art und Weise, diese gemeinsam und im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt zu haben. Das Projekt habe hier einen hohen Anspruch gehabt und dieser sei eingelöst worden, so die übereinstimmende Haltung der Politik zu „Dialog Giesenkirchen“.

Ergänzende Information zum Herunterladen:

Abschlussbericht zum Stadtentwicklungsprojekt "Dialog Giesenkirchen" als PDF-Datei

Abschlusspräsentation aus der Bezirksvertretungssitzung 

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