Spiel- und Bolzplätze: Stand der Untersuchung und Sanierung
Das Institut für Umweltanalyse untersucht im Auftrag der Stadtverwaltung öffentliche Spiel- und Bolzplätze im Stadtgebiet auf Schadstoffe.

Die Stadt Mönchengladbach untersucht seit dem Frühjahr 2008 öffentliche Spiel- und Bolzplätze, die schadstoffbelastet sein könnten, systematisch auf Schadstoffe. Sie lässt alle Plätze sanieren, für die das beauftragte Gutachterbüro IFUA aus Bielefeld schädliche Bodenveränderungen feststellt.
Stand der Schadstoffuntersuchungen
Inzwischen ist das Gutachterbüro gemeinsam mit den zuständigen Stellen der Stadt Mönchengladbach und in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW auf rund 300 Spiel- und Bolzplätzen im Stadtgebiet tätig geworden. Über die Ergebnisse informiert die Stadtverwaltung seit Start des Projektes regelmäßig. Für eine Reihe von Spielplätzen aus dem letzten Untersuchungsabschnitt stehen abschließende Gutachten zur Frage, ob hier Sanierungen notwendig werden, noch aus. (Siehe Liste zum Download)
Im Rahmen der Untersuchungen wurden auf insgesamt sechs Plätzen Sofortmaßnahmen aufgrund erhöhter Arsenkonzentrationen notwendig. Vier dieser Plätze sind inzwischen saniert und wieder geöffnet, zwei (Hensenhof und Thelenkamp) sind noch geschlossen. Weitere Spielplatzschließungen aufgrund erhöhter Schadstoffwerte können nach dem Stand der Untersuchungen ausgeschlossen werden.
Stand der Sanierungsarbeiten (12. August 2010)
Auf Basis der für 277 Plätze bereits abgeschlossenen Untersuchungen hat das Gutachterbüro bisher für Teilflächen auf 76 Spiel- und Bolzplätzen Sanierungsempfehlungen gegeben. Die Stadtverwaltung saniert diese Teilflächen nach den fachlichen und zeitlichen Vorgaben des Gutachterbüros.
Auf 48 Plätzen sind die Sanierungen bereits abgeschlossen. Für die restlichen Plätze ist die Sanierung in Auftrag geben.
Die Sanierungskosten werden ebenso wie die Schadstoffuntersuchungen vom Land Nordrhein-Westfalen mit 80 Prozent bezuschusst.
Die Liste aller bereits untersuchten oder noch zu untersuchenden Plätze mit dem jeweiligen Stand der Untersuchung bzw. Sanierung können Sie hier als PDF-Datei aufrufen:
Liste der untersuchten Spielplätze (Stand 12. August 2010)
Wie kam es zu den Untersuchungen?
Im März 2008 hat die Stadtverwaltung die Öffentlichkeit darüber informiert, dass auf dem ehemaligen Spiel- und Bolzplatz an der Luise-Vollmar-Straße bei einer Bodenuntersuchung erhöhte (Prüf-)Werte für Arsen und Blei festgestellt worden sind. Grund für die Schadstoffbelastung war das für den Bau des Bolzplatzes im Jahr 1985 verwandte und für so genannte „Ascheplätze“ typische rötliche Tennenmaterial.
Welche Gefahr besteht?
Wenn ein Prüfwert überschritten ist, bedeutet dies auch für kleine Kinder keine akute oder unmittelbare Gesundheitsgefahr. Die in der Bundesbodenschutzverordnung festgelegten Prüfwerte sowie weitere den Bodenschutzbehörden empfohlene Beurteilungswerte sind Werte, bei deren Überschreitung erst durch weitere Untersuchungen geklärt werden soll, ob eine Gefährdung für Menschen vorliegt. Bei der Ableitung von Prüfwerten wird immer von einem „ungünstigen Fall“ und einer langfristigen Aufnahme von Schadstoffen ausgegangen. Gleichzeitig wird für viele Stoffe berücksichtigt, dass diese zum Beispiel auch aus der Nahrung und aus der Luft aufgenommen werden.
Was wird getan?
Vorsorglich werden alle Bolzplätze und Spielplätze in Mönchengladbach, auf denen möglicherweise schadstoffbelastete Baustoffe eingesetzt wurden (insbesondere vor 1990 erbaute Spielplätze mit Tennenmaterial oder Tragschichten aus Recyclingmaterial, denen Aschen und Schlacken aus Verbrennungsprozessen beigemischt sein können) untersucht.
Darüber hinaus werden/wurden auch Spielplätze begutachtet,
- die auf so genannten Altlastenverdachtsflächen liegen,
- die (z.B. in Parks oder anderen öffentlichen Anlagen) unmittelbarer an alte so genannte "Tennenflächen" angrenzen,
- oder bei denen sich sonst der Verdacht ergibt, dass dort schadstoffbelastete Baustoffe eingebaut worden sind.
Wer führt die Untersuchungen durch?
Das IFUA Institut für Umweltanalysen, Bielefeld http://www.ifua.de/, ein anerkanntes, erfahrenes und unabhängiges Fachinstitut.
Wo kann ich mich weiter informieren?
Sollten Sie individuelle Fragen zum Thema haben, senden Sie bitte eine E-Mail an: pressestelle@moenchengladbach.de
Sollten Sie medizinische Fragen haben, können Sie sich an das Gesundheitsamt, gesundheitsamt@moenchengladbach.de, und an die Mönchengladbacher Kinderärzte wenden.
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