Konzert mit dem Ensemble musikFabrik

Bild: Musik Fabrik Köln
musikFabrik

Samstag, 22. Juni 2013, 18 Uhr, Museum Abteiberg

Morton Feldman: „Crippled Symmetry“ for flute, percussion and piano / celesta

Ensemble musikFabrik

Helen Bledsoe, Flöte
Rie Watanabe, Schlagzeug
Benjamin Kobler, Klavier / Celesta

Morton Feldman (geboren am 12. Januar 1926 in New York City, gestorben am 3. September 1987 in Buffalo) war ein US-amerikanischer Komponist. Er wurde in eine russisch-jüdische Familie aus Kiew geboren und wuchs in Brooklyn auf. Seinen ersten Musikunterricht bekam er im Alter von zwölf Jahren. 1941 begann er Komposition zu studieren; 1944 wurde er Schüler von Stefan Wolpe. 1971/72 lebte Feldman für ein Jahr als Gast des Berliner Künstlerprogramm des DAAD in Berlin. 1973 erreichte ihn eine Anfrage der University of New York in Buffalo, die Edgard-Varèse-Professur zu übernehmen, bis dahin hatte er in der familieneigenen Schneiderei für Kinderbekleidung gearbeitet.

Morton Feldman war einer der Pioniere der graphischen Notation. Weil diese dem Interpreten jedoch zu viel Freiheiten ließ, verwarf er sie 1969 wieder und kehrte zur präzisen Notation zurück. Feldmans Œuvre - insbesondere sein kammermusikalisches Spätwerk aus den 1980er-Jahren - wird gelegentlich zur US-amerikanischen Minimal Music gerechnet, da es mit (scheinbaren) Wiederholungen arbeitet. Aber eine Ähnlichkeit mit Werken von Terry Riley, Steve Reich oder Philip Glass, den Hauptvertretern dieser Richtung, ist nur ansatzweise zu erkennen. Seine Affinität zu bildlicher Darstellung - auch als Inspiration zu seinen Kompositionen - hat Feldman oft betont. Auch die Muster und Techniken von anatolischen Teppichknüpfern beeinflussten ihn.

Crippled Symmetry (1983) für Flöte, Percussion und Piano/Celesta

Crippled Symmetry entstand 1983, vier Jahre vor Feldmans Tod. Mit eineinhalb Stunden Spieldauer ist es eines seiner umfangreichsten Werke. In einem Interview erklärte Feldman, „Crippled Symmetry“ sei eigentlich nur eine längere Version von „Why Patterns“, von dem er neben der Instrumentation auch die Anlage der Notation übernommen hat. In der Partitur stehen die Stimmen zwar übereinander, verlaufen aber metrisch völlig unabhängig. Feldman bekannte, den Verlauf mit Hilfe eines Taschenrechners so geregelt zu haben, dass sich die drei Einzelstimmen nie allzu weit voneinander entfernen. Die übereinander geordneten Stimmen vollziehen die meisten Übergänge der Patterns am Ende eines Systems oder am Ende einer Seite, auch ganze Pausentakte stehen oft übereinander. Dieses Weben und Verknüpfen der Klänge erinnert an die Teppiche der türkischen Nomaden, die Feldman ihrer asymmetrischen Musterabweichungen sehr schätzte und deren Disproportionen er in Crippled Symmetry zu einer musikalischen Webarbeit in „chromatischen Farbschattierungen“ verarbeitete. „So geht man in einem langen Stück früher oder später durch die ganze Skala der Möglichkeiten“, erklärte er, „ es ist genug Zeit für alles.“

Eintritt frei, Anmeldung erbeten unter Tel. 02161-25 24 23.

im Anschluss an das Konzertum 20 Uhr:
Eröffnung der Ausstellung TEXTILES: OPEN LETTER

 

 
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